durstig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungdurs-tig
WortzerlegungDurst-ig
Wortbildung mit ›durstig‹ als Letztglied: ↗blutdürstig · ↗wissensdurstig  ·  mit ›durstig‹ als Grundform: ↗-durstig
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Durst habend
Beispiele:
sehr durstig sein
umgangssprachlich die Wirtin sorgte für die durstigen Kehlen (= für alle, die Durst hatten)
umgangssprachlich er ist eine durstige Seele (= hat immer Durst)
gehoben die durstige Erde verlangt nach Regen
umgangssprachlich Wenn ich nicht wüßte ... daß Ihr alles durch Eure durstige Kehle jagt, würde ich Euch das Geld schenken [LöscherAlles Getrennte153]
2.
gehoben, übertragen heftiges Verlangen habend, begierig
Beispiele:
Hungrig nach Liebe bin ich gewesen und durstig nach Wissen [RaabeHungerpastorI 1,214]
daß Millionen ... bisheriger Analphabeten zu Lesern – und zu was für durstigen, aufgeschlossenen Lesern! – wurden [Weiskopf8,83]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Durst · dürsten · dursten · durstig
Durst m. ‘Bedürfnis zu trinken’, ahd. thurst ‘Durst, Dürre’ (9. Jh.), mhd. durst, asächs. thurst, mnd. dorst(e), mnl. nl. dorst, aengl. þurst, engl. thirst, anord. þorsti, schwed. törst (germ. *þurstu-) sind Abstrakta zu einem in got. gaþaírsan ‘verdorren’ (s. ↗dörren) erhaltenen starken Verb, während got. þaúrstei ‘Durst’ als Adjektivabstraktum ein altes Partizipialadjektiv auf -to voraussetzt, wie es in aind. tṛṣṭáḥ (s. ↗dürr, wo die weitere Etymologie), lat. tostum (s. ↗Toast) vorliegt. dürsten, seltener dursten Vb. ‘Durst haben, trinken wollen’, ahd. thursten (9. Jh.), mhd. dürsten, dursten, asächs. thurstian, mnd. dörsten, mnl. nl. dorsten, aengl. þyrstan, engl. to thirst, anord. þyrsta, schwed. törsta (germ. *þurstjan); dagegen mit anderer Bildungsweise (wie aind. tṛ́ṣyati, s. ↗dürr) got. þaúrsjan ‘dürsten’. durstig Adj. ‘von Durst geplagt’, ahd. thurstag (9. Jh.), mhd. durstec, mnd. dörstich.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Besucher Dieb Einbrecher Fußballfan Gast Geländewagen Kamel Kehle Kundschaft Lippe Motor Pflanze Reisende Schwede Seele Tier Tourist Urlauber Vogel Wanderer Zug besonders dick hungrig immer laut müde stets trinken ziemlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›durstig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Frauen im farbenfrohen Sari stehen noch auf den durstigen Feldern.
Der Tagesspiegel, 06.03.1998
Draußen wird es immer wärmer - und die Deutschen immer durstiger.
Bild, 21.05.1997
Freilich, sie scharen sich durstig um jeden kleinsten Born des Wissens.
Braun, Lily: Lebenssucher. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1915], S. 2493
Ich war jetzt stocknüchtern und durstig von dem süßen Wein.
Hartung, Hugo: Ich denke oft an Piroschka, Frankfurt a. M.: Büchergilde Gutenberg 1980 [1954], S. 94
Er war hungrig und war durstig und war scheu und vorhanden und trennte sich ungern von seinem Hut.
Zwerenz, Gerhard: Die Ehe der Maria Braun, München: Goldmann 1979, S. 176
Zitationshilfe
„durstig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/durstig>, abgerufen am 18.10.2019.

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