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durstig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung durs-tig
Wortzerlegung Durst -ig
Wortbildung  mit ›durstig‹ als Letztglied: blutdürstig  ·  mit ›durstig‹ als Grundform: -durstig
Mehrwortausdrücke  durstige Kehle

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. Durst habend
  2. 2. [gehoben, übertragen] heftiges Verlangen habend, begierig
eWDG

Bedeutungen

1.
Durst habend
Beispiele:
sehr durstig sein
umgangssprachlichdie Wirtin sorgte für die durstigen Kehlen (= für alle, die Durst hatten)
umgangssprachlicher ist eine durstige Seele (= hat immer Durst)
gehobendie durstige Erde verlangt nach Regen
umgangssprachlichWenn ich nicht wüßte … daß Ihr alles durch Eure durstige Kehle jagt, würde ich Euch das Geld schenken [ LöscherAlles Getrennte153]
2.
gehoben, übertragen heftiges Verlangen habend, begierig
Beispiele:
Hungrig nach Liebe bin ich gewesen und durstig nach Wissen [ RaabeHungerpastorI 1,214]
daß Millionen … bisheriger Analphabeten zu Lesern – und zu was für durstigen, aufgeschlossenen Lesern! – wurden [ Weiskopf8,83]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Durst · dürsten · dursten · durstig
Durst m. ‘Bedürfnis zu trinken’, ahd. thurst ‘Durst, Dürre’ (9. Jh.), mhd. durst, asächs. thurst, mnd. dorst(e), mnl. nl. dorst, aengl. þurst, engl. thirst, anord. þorsti, schwed. törst (germ. *þurstu-) sind Abstrakta zu einem in got. gaþaírsan ‘verdorren’ (s. dörren) erhaltenen starken Verb, während got. þaúrstei ‘Durst’ als Adjektivabstraktum ein altes Partizipialadjektiv auf -to voraussetzt, wie es in aind. tṛṣṭáḥ (s. dürr, wo die weitere Etymologie), lat. tostum (s. Toast) vorliegt. dürsten, seltener dursten Vb. ‘Durst haben, trinken wollen’, ahd. thursten (9. Jh.), mhd. dürsten, dursten, asächs. thurstian, mnd. dörsten, mnl. nl. dorsten, aengl. þyrstan, engl. to thirst, anord. þyrsta, schwed. törsta (germ. *þurstjan); dagegen mit anderer Bildungsweise (wie aind. tṛ́ṣyati, s. dürr) got. þaúrsjan ‘dürsten’. durstig Adj. ‘von Durst geplagt’, ahd. thurstag (9. Jh.), mhd. durstec, mnd. dörstich.

Typische Verbindungen zu ›durstig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›durstig‹.

Verwendungsbeispiele für ›durstig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Freilich, sie scharen sich durstig um jeden kleinsten Born des Wissens. [Braun, Lily: Lebenssucher. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1915], S. 2493]
Oft seien die Kinder hungrig oder durstig gewesen, wenn sie abgeholt wurden. [Die Zeit, 12.08.2013, Nr. 32]
Es war ein heißer Tag und wir waren alle sehr durstig. [Die Zeit, 31.05.2013, Nr. 22]
Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. [Die Zeit, 30.11.2009, Nr. 48]
Seit es alles umsonst gibt, sind sie hungriger und durstiger geworden. [Die Zeit, 15.09.2008, Nr. 37]
Zitationshilfe
„durstig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/durstig>.

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