Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

dusselig

Grammatik Adjektiv
Nebenform dusslig
Aussprache 
Worttrennung dus-se-lig ● duss-lig
Wortzerlegung Dussel -ig
Ungültige Schreibung dußlig
Rechtschreibregel § 2
Wortbildung  mit ›dusselig‹ als Erstglied: Dusseligkeit · Dussligkeit
Mehrwortausdrücke  dumm und dusselig · dumm und dusslig
eWDG

Bedeutung

salopp dumm, töricht, dämlich
Beispiele:
sich dusselig benehmen
quatsch nicht so dusselig!
eine dusselige Frage
sich dumm und dusselig reden (= auf jmdn. sehr lange und nachdrücklich einreden)
der Paul wär'n dußliges Luder, weil er sich hat schnappen lassen [ NellFischer163]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dusel · duseln · duselig · Duselei · dusselig · dußlig · Dussel
Dusel m. ‘Schwindel, Rausch, Glück’. Nd. Dusel ‘Schwindel, Halbschlaf, leichter Rausch, Betäubung’ (vgl. mnd. dǖsinge ‘Betäubung’, dǖsich ‘betäubt, schwindlig’) kommt im 16. Jh. ins Hd. Es ist etymologisch verwandt mit dösig (s. d.). Die Bedeutung ‘unverdientes Glück’ entwickelt sich im 19. Jh. (vielleicht in Anlehnung an den volkstümlich abgewandelten Bibelspruch „den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf“ oder im Gedanken an den vermeintlichen Schutzengel der Betrunkenen, Berauschten, die im Dusel sind?). duseln Vb. ‘verwirrt sein, schlafen’ (16. Jh.); verwandt sind mnl. dūselen, duyselen ‘schwindlig sein, taumeln’, nl. duizelen ‘schwindlig sein, schwindeln’, anord. dūsa ‘ausruhen, sich still verhalten’ und dösen (s. d.). duselig Adj. ‘verwirrt, betäubt, schlaftrunken’ (18. Jh.), älter düselicht (17. Jh.). Duselei f. ‘Träumerei, Gedankenlosigkeit’ (19. Jh.). In der Umgangssprache findet sich Sinnvergröberung mit affektischer Kürzung des Stammvokals in dusselig, dußlig Adj. ‘verwirrt, dumm, dämlich’ (17. Jh.), Dussel m. ‘Dummkopf’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
dümmlich  ●  bescheuert  derb · beschränkt  ugs. · doof  ugs. · dusselig  ugs. · panne  ugs.
Synonymgruppe
(ein) Einfaltspinsel · (ein) Gimpel · (ein) Mondkalb · (ein) Simpel (sein) · (ein) schlichtes Gemüt · (im Denken) schwerfällig · dümmlich · einfältig · nicht scharfsinnig · stumpfsinnig · töricht · unbedarft · verständnislos · von schlichter Denkungsart  ●  (ein) Schaf  fig. · (sehr) einfach gestrickt  verhüllend · einfach gestrickt  fig. · (ein) Schäfchen  ugs., fig. · dusselig  ugs. · dusslig  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›dusselig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bieten die DWDS-Wortprofile zu ›dusselig‹, ›dusslig‹ und ›dußlig‹.

Verwendungsbeispiele für ›dusselig‹, ›dusslig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber stellen wir Kunden uns nicht auch oft dusselig an? [Bild, 28.09.2000]
Wir führen – und dann stellen wir uns so dusselig an. [Bild, 20.12.1999]
Vor ein paar Wochen hätte er eine so dusselige Frage nicht gestellt. [Süddeutsche Zeitung, 01.02.2003]
Und die dusselige Rivalen‑Kuh sieht ihr blöderweise auch noch total ähnlich. [Bild, 17.02.2004]
Genauso ungeschickt, dusselig, unüberlegt wie dieser etwas wohlbeleibte Mann auf der Liege gehandelt hat, handle ich auch. [Der Tagesspiegel, 23.03.2003]
Zitationshilfe
„dusselig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dusselig>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
duslig
dusig
duseln
duselig
duschen
dusseln
dusslig
duster
dutzendfach
dutzendmal