dusselig

GrammatikAdjektiv
Nebenform dusslig, s. Regelwerk: § 2 · Adjektiv
Worttrennungdus-se-lig ● duss-lig
WortzerlegungDussel-ig
Ungültige Schreibungdußlig, s. Regelwerk: § 2
Wortbildung mit ›dusselig‹ als Erstglied: ↗Dusseligkeit · ↗Dussligkeit
eWDG, 1967

Bedeutung

salopp dumm, töricht, dämlich
Beispiele:
sich dusselig benehmen
quatsch nicht so dusselig!
eine dusselige Frage
sich dumm und dusselig reden (= auf jmdn. sehr lange und nachdrücklich einreden)
der Paul wär'n dußliges Luder, weil er sich hat schnappen lassen [NellFischer163]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dusel · duseln · duselig · Duselei · dusselig · dußlig · Dussel
Dusel m. ‘Schwindel, Rausch, Glück’. Nd. Dusel ‘Schwindel, Halbschlaf, leichter Rausch, Betäubung’ (vgl. mnd. dǖsinge ‘Betäubung’, dǖsich ‘betäubt, schwindlig’) kommt im 16. Jh. ins Hd. Es ist etymologisch verwandt mit ↗dösig (s. d.). Die Bedeutung ‘unverdientes Glück’ entwickelt sich im 19. Jh. (vielleicht in Anlehnung an den volkstümlich abgewandelten Bibelspruch „den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf“ oder im Gedanken an den vermeintlichen Schutzengel der Betrunkenen, Berauschten, die im Dusel sind?). duseln Vb. ‘verwirrt sein, schlafen’ (16. Jh.); verwandt sind mnl. dūselen, duyselen ‘schwindlig sein, taumeln’, nl. duizelen ‘schwindlig sein, schwindeln’, anord. dūsa ‘ausruhen, sich still verhalten’ und ↗dösen (s. d.). duselig Adj. ‘verwirrt, betäubt, schlaftrunken’ (18. Jh.), älter düselicht (17. Jh.). Duselei f. ‘Träumerei, Gedankenlosigkeit’ (19. Jh.). In der Umgangssprache findet sich Sinnvergröberung mit affektischer Kürzung des Stammvokals in dusselig, dußlig Adj. ‘verwirrt, dumm, dämlich’ (17. Jh.), Dussel m. ‘Dummkopf’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
dümmlich  ●  ↗bescheuert  derb · ↗beschränkt  ugs. · ↗doof  ugs. · dusselig  ugs. · panne  ugs.
Synonymgruppe
(ein) Einfaltspinsel · ↗(ein) Gimpel · ↗(ein) Mondkalb · (ein) Simpel (sein) · (ein) schlichtes Gemüt · ↗(im Denken) schwerfällig · ↗dümmlich · ↗einfältig · nicht scharfsinnig · ↗stumpfsinnig · ↗töricht · ↗unbedarft · ↗verständnislos · von schlichter Denkungsart  ●  ↗(ein) Schaf  fig. · (sehr) einfach gestrickt  verhüllend · einfach gestrickt  fig. · ↗(ein) Schäfchen  ugs., fig. · dusselig  ugs. · dusslig  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Kuh Schaf dumm

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›dusslig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber stellen wir Kunden uns nicht auch oft dusselig an?
Bild, 28.09.2000
Vor ein paar Wochen hätte er eine so dusselige Frage nicht gestellt.
Süddeutsche Zeitung, 01.02.2003
Nichts kann mehr vertieft werden, wir talken uns dusselig und haben noch kein einziges Wort miteinander geredet.
Der Spiegel, 31.08.1998
Er hielt das Projekt »Ranch an den Blauen Bergen«, eine Marotte des Alten, für dusselig und zudem wenig lukrativ.
Degenhardt, Franz Josef: Für ewig und drei Tage, Berlin: Aufbau-Verl. 1999, S. 36
Frinton gilt dort als Provinzschauspieler, der vor allem durch seine Auftritte als dusseliger Klempner in einer Fernsehserie bekannt wurde.
Die Welt, 31.12.2001
Zitationshilfe
„dusselig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dusselig>, abgerufen am 22.02.2019.

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