Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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abern, äbern

abern? äbern?
das ahd. avarôn bedeutet iterare, àparên wahrscheinlich regelascere, keinem von beiden verwandt scheint ein abern der vogelsteller für locken, füttern, mit dem dativ. die pföschherde werden hin und wieder in die felder gemacht, wo sich die zeislein, hänflein aufhalten; da wird ihnen mit mahen (mohn), hanf und anderm geäbert, und wann sie die speisen einmal oder zwei angenommen, werden die wände gerichtet. Hohberg 2, 703ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1852), Bd. I (1854), Sp. 34, Z. 4.

eber, m.

eber, m.
aper, goth. ibrs?, ahd. ëpar, mhd. ëber, ags. eofor, ëfor, das buchstäblich entsprechende altn. iöfur erscheint merkwürdig nur in der bedeutung von rex oder princeps, alter heldennamen die menge ist mit ëpar zusammengesetzt (Förstem. 363—368) z. b. Eparnand, kühn wie ein eber = goth. Iornanþs, gekürzt aus Ibrnanþs, Iburnanþs; so bildeten auch Aper und Verres lateinische namen, und ahd. përo ursus, ags. beorn, altn. biörn fügten sich zu mannsnamen so häufig, dasz wiederum ags. beorn in den einfachen sinn von heros und vir übergieng. an ëpar, aper reiht sich sl. vepr'', böhm. vepř, poln. wieprz. voc. theut. 1482 f 5ᵇ erklärt: eber, ein herr unter den schweinen, aper, verres. wir ziehen eber wesentlich auf das wildschwein und haben für verres ein andres wort, bêr, ags. bâr, engl. boar, dem goth. bais gleichstehn würde, doch vertreten sich beide ausdrücke und die adj. zahm oder wild gereichen zu näherer bestimmung. des ebers bisz oder hieb ist furchtbar:
jon was ich niht ein ëber wilde
läszt Kürnberg die frau dem blöden ritter vorwerfen, der sich sie zu wecken nicht getraut hatte, MF. 8, 15 ist ohne alle noth in bêr wilde geändert, vgl. gramm. 4, 650 und Haupts zeitschr. 2, 192. noch El. von Orl. sagt s. 429: sie machen mich so ungeduldig, dasz ich umb mich beisz wie ein eber. ein reiterlied bei Uhland 378 hat den ausruf:
hin hin! wetz, eber, wetz!
wetze deine zähne! an dieses wetzen mahnt der name des ebers wetz, watz, wetzber. Schm. 4, 204. vgl. goth. hvaþô, ἀφρός. aber wenn zwei eeleut einander lieb haben und uf einander also vergnaft seind, das sie eeliche werk mit einander handlen, nit anders weder als moren und äber (scrofae et verres), das ist nit christenlich gelebt, sondern kuͦgisch (kühisch), vihisch, tierisch. si ist nit dorumb dein fraw, das du ein suw solt sein und das ir miteinander sollend leben als äber und moren, pforen (farren) und kuͦg, süwesch und vihisch. Keisersb. post. 3, 47ᵃ;
und wie der pfaf in seinem stant,
und die küg ein farren hant,
also erwelt ein eber fein,
der euch besteigt euwere schwein.
Murner luth. narr 1480;
und dieser der vorhin der zahmen eber hütet,
nun auf hochedles blut durchlauchter frauen wütet.
Gryphius 2, 508;
auf zehn schweine wird (im meierhof) ein eber gehalten. Hohberg 2, 305ᵃ. in den meisten mit eber gebildeten kräuternamen scheint eine entstellte fremde form zu walten, man müste denn nachweisen, dasz den austrieb der rebe ein volksglaube wirklich auf den zahn des ebers zurückleitet.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1859), Bd. III (1862), Sp. 17, Z. 62.

eber, m.

eber, m.
für adebär, storch 1, 176.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1859), Bd. III (1862), Sp. 18, Z. 30.

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Zitationshilfe
„äbern“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/%C3%A4bern>, abgerufen am 18.06.2021.

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