Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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ächteren

ächteren:
alle die zu Albach sitzen, die sollen ächteren? weisth. 1, 800.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1852), Bd. I (1854), Sp. 170, Z. 17.

echt

echt,
legitimus, genuinus, germanus, purus, ein der alten sprache in allen hohen dialecten unbekanntes wort, selbst heute weisz das volk in der Schweiz, in Baiern, Schwaben nichts davon und nur durch verkehr mit der schriftsprache wird es ihm zugebracht. Keisersberg, Luther brauchen es nie, bei Dasypodius, Maaler steht es nicht. es ist aus dem nd. vorgedrungen und schon dem Ssp. im dreizehnten jh. vollkommen geläufig: wo dieser echte nôt, echt ding, echte wîf, echt, unecht boren setzt, hat das schwäbische landrecht êhaft, êhaftiu nôt, êhaft dinc, êlich wîp, êlich geboren, rechtsdenkmäler und urkunden könnten manchen einflusz des nd. sprachgebrauchs gewahren lassen, Leysers pred. 47, 16 zu dem ehte, ad conjugium zeigen nur das subst., wie es bereits im Heliand 15, 5. 83, 4 vorliegen könnte. ein mnl. adj. ist mir zuerst bei Potter († 1428) minnenl. 2, 1783. 4, 593 im sinne von ehlich getraut aufgestoszen, dasz im teutonista und andern zu Cöln gedruckten vocabularen, so wie bei Kilian es nicht fehlt versteht sich. Wie hat man nun dies echt zu fassen? zu ahd. êht habe (von eigan habere) gehört es nicht, offenbar aber zu êwa, ehe, gesetz, es musz zusammengezogen sein aus êhaft, êhacht, wäre also êht; so nimmt auch Richthofen das fries. subst. âfte matrimonium für ehehafte, aus den compositen êchtelôs, êchtlik, êchtscipe, fries. âftlâs, âftlîk, âftscip hätte sich allmälich das scheinbar einfache adj. entfaltet. Hochdeutsch führt es Henisch 786, 10 an in der phrase echt und recht, ehrlich und redlich geboren sein, im laufe des 17 jh. mag es sich ausgebreitet haben; auf das nd. zurück leitet endlich auch das isl. ekta, schwed. äkta, dän. egte legitimus, die altn. sprache kannte es nicht. die nhd. schreibung ächt ist verwerflich. Wir verstehen unter echt
1)
das ehlich geborne: der echte sohn, gegenüber dem bastart;
bin ich im echten ehebett geboren.
Schiller 438ᵃ;
ein braver kerl von echtem fleisch und blut.
Göthe 12, 105;
ein echter deutscher mann mag keinen Franzen leiden.
12, 114;
mit einem adelsbrief musz nie der echte sohn
Minervens und Apolls begnadigt heiszen sollen.
Bürger 80ᵃ;
2)
das wahre, aufrichtige: ein echter stoiker; ein echter freund;
wo soll man echte freundschaft finden?
Hagedorn 2, 33;
wenn ihr ein könig zwar, allein kein echter richter
von geist und witz und sprache seid.
Gökingk 2, 97;
sein ruhm der kan bestehn und sein gerücht ist echt,
wer dieses sagt was wahr, und dieses thut was recht.
Logau 3, 156, 3;
die echte thräne bleibt im auge stille stehn,
sie rinnet nicht herab, kein andrer kann sie sehn.
3)
das unverfälschte, lautere: echte urkunde, waare, farbe, echter edelstein, echtes gold. nnl. echte waar, echte wijn, echt zilver. dasz eine echte gute seele von dergleichen fehlgriffen oft durch sich selbst gleich wieder zurück kommt. Göthe 22, 35; hört einmal, wollt ihr einen spasz haben, der echt ist? Lenz 1, 279.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1859), Bd. III (1862), Sp. 20, Z. 17.

echt

echt,
die mhd. häufige, kaum dem ahd. echert, eher dem goth. auftô, ibai undverwandte partikel (mhd. wb. 1, 412), zeigt sich bis auf heute in schweizerischer, schwäbischer volksprache (Stald. 1, 88. Tobler 161. Schmid 8), bei Keisersberg und Brant. hier stellen aus jenem: das entpfindet der mensch gar wol und vil in im selber, der sin echt war nem, wie ein schnien und ein hagelen in im uf stot. bilger 81ᶜ; im ist allein umb den sack mit brot zuͦ tuͦn, den beschirmet er mit aller kraft, echt im der blib, sus hett er guͦte ruͦw. 143ᵈ; si sprechen, ich frog nit, wie es mir sus ergang, echt ich nümmen gesunt bin, frisch und stark, so hab ich eben gnuͦg. 211ᵇ. das voranstehende echt hat die bedeutung von ob, wenn nur, das zwischen stehende die von halt, wol schweiz. chunder echt? kommt er wol? s. hernach echter.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1859), Bd. III (1862), Sp. 20, Z. 71.

echt, f.

echt, f.
proscriptio, bann, acht:
ich sprich ein urteil hie mit recht,
dasz ein solcher sol sten in königs echt.
fastn. sp. 309.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1859), Bd. III (1862), Sp. 21, Z. 5.

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Zitationshilfe
„ächteren“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/%C3%A4chteren>, abgerufen am 27.07.2021.

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