Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

Es wurden mehrere Einträge zu Ihrer Abfrage gefunden:

ändern

ändern,
mutare, emendare, ahd. und mhd. unvorhanden, nur mhd. verandern kommt vor. reiniget euch und endert ewre kleider. 1 Mos. 35, 2; enderten die namen. 4 Mos. 32, 38; die rechte hand des höchsten kan alles endern. ps. 77, 11; ich wil nicht endern was aus meinem munde gangen ist. 89, 35; sie ubergehen das gesetz und endern die gebot. Es. 34, 5; ob die heiden ire götter endern. Jer. 2, 11; deinen rücken, den das alter gekrümmet, kanst du nicht ändern und gleich machen. pers. rosenth. 6, 5; die zeit ändern (s. unter absondern); solchs (der pabst) nicht endert in kurzer zeit. Soltau volksl. 466; ändert sie (die mädchen) ein nu? Gökingk 3, 12;
so ändert immer die geliebten,
doch sie verrathen müst ihr nicht.
Göthe 1, 213.
lasz mich hören, dasz dein herz geändert (gebessert) ist. Gotter 3, 105;
im leid ändert sich mein scherz.
Weckherlin 405;
das ist nun einmal geschehn, läszt sich nicht mehr ändern; geschehene dinge sind nicht zu ändern; das wetter ändert sich. glücklich ist wer vergiszt was doch nicht zu ändern ist. Man braucht aber auch ändern wie wechseln intransitiv für mutari:
tyrannen lieben gold, ihr geiz der ändert nicht.
Opitz 1, 194;
der kräuter wunderkraft und ändernde gestalten.
Haller alp. 35;
über mir weht anmutig mit änderndem grün der buchbaum.
Voss weihe an Stolberg 9;
dort unten (am see) herschen oft ändernde winde.
Stolberg 1, 106;
die form ändert unaufhörlich. Fichte phil. journ. 3, 314, wobei es leicht ist einen acc. die art, das wesen hinzu zu denken.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1852), Bd. I (1854), Sp. 311, Z. 25.

andern

andern,
imitari. Pictorius 18ᵇ schreibt andteren: einen andteren, thun wie er thut, exprimere et reddere aliquem, der leuten gebärden andteren, anmaszen, nachthun, affingere hominum mores, anterung imitatio. vocabul. incip. teuton. gibt anantrer scenicus, qui recitat gesta et mores de hominibus mala, der die ding andert; liegt in anantrer zusammensetzung mit an, oder ist es druckf. für ain antrer, ein antrer? denn vocab. 1482 hat ausdrücklich: ein antrer der leute, scenicus. andteren, andterer Henisch 76. wörter die wol nichts, weder mit ander alter, noch mit ändern mutare zu schaffen haben, sondern dem ahd. antarôn aemulari, antarunga aemulatio, gesticulatio, antarari imitator, histrio (Graff 1, 378. 379) entsprechen, welche gleichfalls von andar alter abliegen. auch die heutige bairische mundart hat antern, äntern, ausäntern, in reden und gebärden nachahmen (Schm. 1, 86), dann necken, böse machen. Sollte dies- andern, antarôn nicht unmittelbar zu ahmen und nachahmen, folglich auch zu imitari gehören? durch anstosz des m an den linguallaut d oder t wandelte es sich in n, wie in der sprachgeschichte viel beispiele lehren (timbr δένδρον, πέμπε πέντε, amita franz. ante, semita franz. sentier), also antarôn für amatarôn, amtarôn? in der schriftsprache ist das wort, das sie gut verwenden könnte, längst ausgestorben. Wer über den abstand von antarôn und andar hinaussehn und jenes aus diesem leiten wollte, müste gr. ἀλλάσσω, ἀλλάττω anschlagen, die freilich auf ἄλλος führen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1852), Bd. I (1854), Sp. 310, Z. 78.

andern, n.

andern, n.
oculus, ein seltnes, nur einmal gelesenes wort: und ob ihr mich schon nit mehr haben wollet und mir urlaub gebet, wil ich doch auch keinem dienen, der euch hasset. als er dis sagt, sol (? soln, sollen) dem fürsten, wie mich Wolnhaupt selbst berichtet, die andern voller wasser geloffen sein, hiesz in jetzt gütig, dasz er ruhen mochte, hingehen und darnach widerkommen. Kirchhof wendunm. 147ᵇ. der sinn liegt am tage, und kein euphemistischer, zunächst könnte man an das ahd. augatora fenestra (Graff 5, 447), ags. eágdure denken, das auge würde ganz natürlich ein fenster des hauptes oder gesichts heiszen. die fries. sprache bietet aber unmittelbar andern, andren fenestra dar, ohne es aufs auge anzuwenden (Richth. 606) und nimmt es neutral, ein altn. anddyri bedeutet vestibulum domus, eingang, nicht fenster. sollte andern aus agendern, augendern entstellt sein? dies ist nicht das einzige wort, welches Hessen und Friesen gemein haben. s.andorn.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1852), Bd. I (1854), Sp. 310, Z. 62.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
ausstehlich
Zitationshilfe
„ändern“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/%C3%A4ndern>, abgerufen am 14.08.2020.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch (¹DWB)