Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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ähre, m.

ähre m.
pavimentum, area, vielleicht schon ahd. êro, wenn im Wessobrunner gebet:
dat gafregin ih mit firahim firiwizzo meista,
dat êro ni was noh ûfhimil,
aufzufassen ist flur, golf, gleichsam vorsal, dem aufhimmel gegenüber, und freilich erde, festes land meinend. neben êro gen. êrin musz aber (wie neben aro, pero altn. örn, biörn) gegolten haben êrin, gen. êrines, bei Graff 1, 463 auch geschrieben airin; ags. âre area, nhd. bald der ähre, ehre, bald ähren ehren, ehrn, zumal in der zusammensetzung hausähre, diele, flur, tenne im vorhaus. Stalder 1, 346 schreibt erm, ehrm, öhrm, Schmeller 1, 169 ehren, öhren, das wort geht aber durch Schwaben, Franken, Hessen, Thüringen. zum ê stimmt das lange a des lat. area (vgl. mlat. era, franz. aire), nicht das in ara, welches aus asa, ansa entsprang. verschieden scheint auch altn. arin, arn focus, dän. arne, ags. ärn locus secretior, casa, tugurium, sämtlich mit kurzem vocal. schriftsprache und dichter meiden heute das alte wort und setzen dafür flur, diele, vorhaus, doch Klopstock brauchte, aber weiblich, ähre:
der himmlischen ähre bewohner
sehen des mondumwimmelten sterns weitkreisenden lauf nicht.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1852), Bd. I (1854), Sp. 198, Z. 42.

ehre, f.

ehre, f.
honos, decus, fama, bei Keisersb. eer, ahd. êra, mhd. êre, alts. êra, nnl. eer, ags. âr (besser âre, âru), altengl. ore, fries. êre, altn. æra, schw. ära, dän. äre. das gebrechende goth. wort kann nur gelautet haben aisa, aiza, wie mais, maiza ahd. mêr, mêro, laisjan ahd. lêran, und das wird bestätigt durch aistan, ἐντρέπεσθαι. die Aestii, altn. Eistir scheinen goth. Aisteis, reverendi, honorati (GDS. 719). höher läge nun die zurückleitung des abstracten aisa, êra auf ais und êr, das glänzende, leuchtende metall, aisa wäre splendor, decus, glanz und damit gewönne man unmittelbaren bezug auf lat. aes und aestimare = aistan. Keisersberg s. d. m. 27ᵃ verbindet 'eer und glast'. in aestimare kann τιμή nicht enthalten sein, wol aber ein superlativ aestimus, aus welchem das verbum sich entfaltete, wie aus intimus, proximus ein intimare, proximare, man erwäge aestus und aestas. gr. αἶσα fatum (vgl. fama), parca wage ich noch nicht an unser aisa, êra zu knüpfen, obschon frau Ehre personificiert wurde und ehren auch parcere bedeutete. steht die form aisa sicher, so fallen alle vergleichungen von air prius, wonach ehre priorität ausdrücken könnte, von airus bote, gleichsam ehrenbote, und vom skr. arg dignum esse, argha pretium, arghja venerandus, arć honorare, colere, welchen r und ein kehllaut wesentlich ist, dessen die deutschen wörter keine spur haben. Mehr licht über das wort spreiten müssen seine alten, noch heute nachwirkenden bedeutungen. es sind die von cultus, donum, reverentia, dignitas, persona.
1)
oben an steht gottes ehre: zu gottes ehre, ahd. in gotes êra, gote ze êrôn; denn ich will den namen des herrn preisen, gebt unserm gott allein die ehre. 5 Mos. 32, 3; mein son, gib dem herrn, dem gott Israel die ehre. Jos. 7, 9; ir völker bringet her dem herrn ehre und macht. 1 chron. 17, 29; die himmel erzelen die ehre gottes. ps. 19, 2; machet die thore weit und die thüre in der welt hoch, das der könig der ehren einziehe. 24, 7; die stim des herrn gehet auf den wassern, der gott der ehren donnert. 29, 3; die ehre des herrn ist ewig. 104, 31; ehre sei gott in der höhe (goth. vulþus in hauhistjam guþa) und friede auf erden und den menschen ein wolgefallen. Luc. 2, 14; friede sei im himel und ehre in der höhe (vulþus in hauhistjam). 19, 38; gib gott die ehre (gif hauhein guþa). Joh. 9, 24; dem herrn zu ehren (du fraujins vulþau). 2 Cor. 8, 19. der Gothe setzt für δόξα, gloria vulþus, kein aisa, der Angelsachse vuldor, nicht âre, auch ahd. war woldar gloria.
bringt dem herrn der himmelsheere,
menschenkinder, preis und ehre!
merk auf, herr, herr, erhöre,
erschein, erscheine bald in deiner groszen ehre!
Fleming 27,
in deinem glanz; göttliche ehre genieszen, göttlicher ehre theilhaftig sein heiszt als gott geehrt, gefeiert werden, gott die ehre geben, erweisen ist gottesdienst, fest, die ehre gottes thun, ihn feiern, ihm dienen:
ich will zu Solyma noch deinen tempel schauen
und da die ehre thun.
Opitz 3, 59.
ehrentag scheint anfänglich festtag oder feiertag zu bezeichnen, was auch hochzeit, hohe, hehre zeit hiesz. kirchen stehn in gottes ehre, werden in gottes ehre, in dei honorem, gloriam gebaut. ebenso in Marien, in aller heiligen ehre:
die kirch steht in sanct Martins ehr.
Ayrer 124ᵇ.
2)
diese verwendungen des worts können schon dem heidenthum nicht fremd gewesen sein. 'des meien êre' nennt Winli MS. 2, 22ᵇ gleichsam feier, erscheinung des maien, des frühlinggottes. nicht anders redete man von 'des herbestes êre'. MS. 2, 180ᵃ, wie von des meigen, des sumers güete und kraft, heute von gottes güte und macht. solcher vorstellung von ehre liegen auch die begriffe schmuck, zier, blüte, glanz unmittelbar nah, mit ehre wurde ein gipfel von schönheit, werth oder zierde ausgedrückt, eine schöne frau heiszt des landes ehre, das ganze land feiert sie, N. Boeth. 78 ist allero manno êra pretiosissimum generis humani decus; ein hochverstendiger weiser mann, ein ehr aller Sachsen. Alberus s. 10;
du ehre deiner zeit!
Gryphius 1, 174;
die rose nennt Weckherlin 391 der blumen ehre, noch in andern stellen verbindet er ehre und schönheit, leuchten:
doch glänzet ihre schönheit mehr
und ist sie selbs ihr gröszte ehr.
349;
die augen gleich wie ein gestirn
mit ehr das aug und herz durchdringen.
360.
3)
was kann aber das ehre geben, thun, bieten, bringen ursprünglich anders gemeint haben, als dem gott gabe und opfer darreichen? aller gottesdienst beginnt mit opfer;
êra brâhtun, mêdomhord manag.
Hel. 115, 13
steht deutlich von dem opfer, der gabe der reichen und in den schönen namen ehrenpreis, ehrenkerze möchte man opferblumen erkennen, warum sollten sie nicht in hohes alter hinauf reichen? ehrengabe drückt pleonastisch aus, was schon in ehre und in gabe liegt, ehrenwein, ehrentrunk werden zur ehre, d. i. feier dargebracht und können von menschen auf götter, von göttern auf menschen übertragen worden sein. verehren heiszt uns noch heute schenken. in des Ködiz von Salfeld Ludwig 49, 14 steht 'geschenke und êre nemen' verbunden.
4)
sehr natürlich wandte sich êra aus dem begriffe von honos in den von reverentia, pudor, weil wir scheu, ehrfurcht empfinden vor dem verehrten gegenstand, unêra verdeutscht impudentia. ja die schamglieder, pudenda, verenda hieszen êrâ, steti dero êrôno, unzi za êrôm meint usque ad ilia, das wovon zu reden man scheu trägt. daher noch die redensart 'mit ehren zu melden' für reverenter, 'dein wort in ehren' tua pace dixerim, ich scheue mich dir zu sagen, 'in allen ehren' salvo honore und ähnliches. merkwürdig war auch ehre benennung eines schleiers oder tuches, mit dem man gesicht oder andere theile des leibs verhüllte, die man sehen zu lassen sich scheute: die frawen hattend wisze schleiher uf gesetzt und wisze eeren angeleit. Keisersberg post. 3, 46; hiermit erklärt sich das schon 1, 1071 angeführte wort badehre, praecinctorium, bei Dasyp. 27ᵇ. 318ᶜ ehr oder badehr der weiber, castula, bei Maaler badlachen, sudarium; ohne zweifel galt auch mhd. êre, ahd. êra in diesem sinn. als innere empfindung drückt ehre aus pudor, reverentia, scheu und scham: mit herzlicher rew und ehre. Luther 3, 527; wir haben gottes gebot, das heiszt uns die jugent zucht und ehre leren, und den alten, sonderlich den priestern ehr erbieten. 6, 110ᵇ; keiner der sich ihm hätte gleichen können an gestalt, aufrichtigkeit und ehre. pers. rosenth. 5, 17; nun wird man auch Weckherlinische stellen fassen:
mit wahrer busz, forcht, ehr.
194;
darunder man dan musz der natur wunderwerk,
zwar ohn verwundrung nicht, doch auch mit ehr anschauen.
669;
Rom schlosz mit ehr und furcht der Vesta heiligthum
in feste mauren ein.
Günther 1089.
hier besagen ehre und furcht wiederum dasselbe und später flossen beide in dem heutigen ehrfurcht zusammen. einen kus in ehren kann niemand verwehren sagt jeder, d. i. einen sittsamen, keuschen. ehrbar, ehrhaft haben gleichfalls noch den sinn von schamhaft und anständig, ehrlich oft den von geziemend.
5)
wie gott wird dem könig ehre geboten und gebracht, das menschengeschlecht scheint seine göttliche verehrung der abgesehn zu haben, die es den hohen der erde erwies. heil und ehre dem könig! ruhm und ehre dem sieger! êra drückt in der alten sprache auch corona, victoria und palma aus, wie sie dem sieger zu theil wurden: er hat die ehre davon getragen, victoriam reportavit, er kehrt mit ehre gekrönt zurück, er trägt der ehren krone. alle nahen sich dem herscher mit ehrfurcht, erkennen ihm königliche ehren zu, er selbst miszt sich des reiches ehre bei: als wir zu der ehr und würde des heiligen römischen reichs erwählt und zu regierung desselben kommen sind, sagt Karl der fünfte im eingang des Wormser reichsabschieds von 1521.
6)
jedem stand aber soll seine ehre gegeben und gelassen werden:
ehre dem wem ehre gebührt!
Göthe 12, 207;
ritterliche, bürgerliche ehre; männerehre, frauenehre; ehre des alters, der krieger, der handwerke; kinder sind der eltern ehre: du wirst noch ehre an deinem sohn erleben, die mutter hatte grosze ehre von ihrer tochter; ir alter wird ohne ehre sein. ps. 3, 17; da der ackerman vor tisch ir eer und gefier (ahd. gifuori) antastet, horten sis als ein spilman mit lust, freud und groszem gelechter. Frank weltb. 21ᵇ;
und wolt keins lassen für im gelten
und redt in allen an die ehr.
Alberus 91;
und hiesz sie allsampt böswichter
und redt ihn grewlich an die ehr.
111ᵇ;
todten die letzte ehre erzeigen, ihre leiche geleiten, suprema solvere.
7)
persönliche ehre des einzelnen, existimatio, fama, daher meistens mit zugefügtem possessiv. ahd. lag in êra selbst die vorstellung persona. ein mann von ehre, ehrenmann, vir gravis; der ehre hat, auf seiner ehre hält, seine ehre wahrt, behauptet, vertheidigt. es heiszt seine ehre einsetzen, verpfänden, lösen; der jetzt da ist seine ehre zu lösen. Schiller 148ᵇ;
folgt mir, graf Dunois, ihr habt nicht ehre,
hier länger zu verweilen.
480ᵃ;
ihr habt nicht ehre zu reden. einem seine ehre nehmen, rauben, abschneiden, verletzen, angreifen, antasten; retten, erstatten, wiedergeben; ehre gewähren, anthun, erweisen, erzeigen, ehre und liebe erzeigen; vorenthalten, verringern. seine ehre verlieren, einbüszen, verscherzen; ehre verloren, alles verloren; ehre einlegen, einernten, sammeln, davon tragen, seine ehre worin suchen;
indes die edle jugend rings umher
sich ehre sammelt unter Habsburgs fahnen.
Schiller 525ᵇ;
stiesz ihm, nachdem er ihn aufgefordert hatte seine ehre ihm wieder zu geben, den degen durch den leib. 1080ᵇ. hierher die betheuerungen: bei meiner ehre, auf ehre, auf mein ehrenwort, auf ehre und gewissen; auf meine ehre. Lessing 1, 558;
denn das ist, bei meiner ehre,
doch ein allerliebster ort.
Göthe 1, 166.
das bringt mir ehre, gereicht mir zur ehre, erhöht, mehrt, mindert sie; übrige ehre ist halbe schande. ehre und noth stehn einander als befriedigender und bedürftiger zustand entgegen, man sagte etwas in noth und ehr zu brauchen haben. Ringwald laut. warh. 27; einen in ehr und noth (glück und unglück) besuchen. 110. volle, hohe ehre ist ruhm: wach auf meine ehre! exsurge gloria mea! ps. 57, 9; seine ehre blüht, wächst, erbleicht, geht unter.
8)
jungfräuliche ehre: sie hat ihre ehre verloren, ihre ehre ist dahin; einem mädchen die ehre nehmen, rauben, es entehren, schänden, wieder zu ehren bringen;
bist du es, der so mich in schande gebracht,
so bring mich auch wieder zu ehren.
Bürger 61ᵇ.
9)
auch zuständen, sachen, handlungen wird ehre beigelegt:
wenn der blick an heitern tagen
sich zur himmelsbläue lenkt,
da gebt der natur die ehre.
Göthe 4, 381;
du gibst dem blick, dem kus die ehre,
und wenn ich auch nicht Suleika wäre.
5, 263;
dasz er die bösen dämonen ablehne, die ihn hindern könnten, dem wahren die ehre zu geben. 22, 259; ein junger mann sagte, es sei ihm lange nicht wie das erstemal und gab der neuheit die ehre. 16, 223;
aus schwerer kriegsnoth rettest du das reich,
wenn du der wahrheit ehre gibst.
Schiller 671ᵇ;
gönn ich ihm die ehre des worts?
490ᵇ.
er hatte die ehre des siegs; so geschah es, dasz, als es nun zum treffen kam, Heinrich allein mit seiner reiterei die ehre des tages gewann. Dahlmann dän. gesch. 1, 217; die frau macht die ehre des hauses mit feinem anstand; unsere wirtin liegt in den wochen und ihr mann macht mit einer alten mutter und der magd ganz artig die ehre des hauses. Göthe 16, 266.
10)
in den redensarten die ehre haben, zur ehre gereichen, die ehre anthun, das soll mir eine ehre sein, die ehre ist auf meiner seite und ähnlichen erblaszt uns heute das wort zu leerer höflichkeit. fleiszig einsprechen und die ehre geben (Schiller 118ᵃ) meint die ehre des besuchs, der einkehr; sein sie so gütig und thun uns einmal wieder die ehre an. Lenz 1, 264, besuchen sie uns bald wieder, das komm bald wieder! der volkssprache; die gäste sollen uns von herzen lieb sein, es ist nur schade, dasz wir die beste ehre werden schuldig bleiben. 'die ehre wird des herrn vaters und der frau mutter sein'. Weise comödienprobe 224.
11)
schon mehrere der angezognen belege zeugen von vorherschender pluralform. hier folgen andere dafür: das er in setze unter die fürsten und den stuel der ehren erben lasse. 1 Sam. 2, 8; und wil nidrig sein in meinen augen und mit den megden zu ehren werden. 2 Sam. 6, 22; mit ehren und schmuck wirst du in krönen. ps. 8, 6; achte sie (die weisheit) hoch, sie wird dich zu ehren machen, wo du sie herzest. spr. Sal. 4, 8; grawe har sind ein kron der ehren. 16, 31; alle land sind seiner ehren vol. Es. 6, 3; kam ich wieder zu meinen königlichen ehren. Dan. 4, 33; und habt solche in ehren (goth. svêrans habaiþ.) Philipp. 2, 29; die eltesten, die wol furstehen, die halt man zwifacher ehren werd. 1 Tim. 5, 17; was gott wil zu ehren machen, das machet er vorher zu schanden. Luther 4, 214ᵇ; lasse meine feinde zu ehren und mich zu schanden werden. 4, 540ᵇ; die fraue sol der eine sein, die zuvor irem son vergunst, darnach wetterwendisch worden und die dirnen wollen zu ehren schelten. br. 5, 717;
an deinen ehren schelten wolt.
Ringwald laut. warh. 128;
ich weisz das er ist der eren frumb.
Ayrer 97ᵃ;
und wiewol deiner tugend ehren
umbschwebend in der menschen mund,
uns zwungen dich von herzen grund
für unsre fürstin zu begehren.
Weckherlin 350;
dein purpur ist aller ehren werth.
Göthe 1, 190;
denn morgen wirst, in allen ehren,
das arme Gretchen nicht bethören.
12, 158;
bei jeder rolle war es mir zu muthe als wenn ich ihn lobte und zu seinen ehren spräche. 19, 106; hier gelangt ein wol denkender geschäfts und hofmann durch mancherlei trübsale zu hohen ehren. 24, 223. Aus mancherlei redensarten seien noch einige gewählt. mit halben ehren davon kommen, atramento sutorio absolvi. in ehren halten heiszt ehren, gut aufheben, unterhalten: einen bau in ehren halten, vgl. oben sp. 41 unter ehefade;
obgleich wir sehen müssen,
dasz euch das liebe Dorst für unsre stadt gefällt,
und dasz euch Kegel mehr als wir in ehren hält.
Fleming 68
(Kegel, estn. Keila, und Dorst, dorf und hof unweit Reval); dabei halten sie ja den beutel in ehren! Göthe 19, 5. zu bräutlichen ehren schreiten, hochzeit halten: Rabinze hat zwene ganz neue taffentröcke, einen schwarzen zu ehren (festtagen) und einen blauen, den sie wann sie einst zu ehren schreitet, den andern hochzeittag soll anziehen. pol. maulaffe 142. von ehren setzen, einen seiner ehre entsetzen; schmach an seinen ehren, erniedringung. der ehren, von ehren sein, einem ehre erweisen: er war nicht der ehren, mir ein glas wein zu reichen; über dieses war kein einziger professionsgenosse der ehren, mir einen bissen brot vorzusetzen. Felsenb. 2, 191. ein solches von ehren fügt Spee als zierendes epitheton zum substantiv, vielleicht nach nl. weise:
ach liebster mein von ehren!
trutzn. 57 (61);
den bräutigam von ehren.
170 (187);
o geliebter sohn von ehren,
Jesu, vielgeliebtes kind!
244 (270).
12)
die meisten folgenden zusammensetzungen sind uneigentliche, der anfangs lose genitiv wurde angerückt, ehrenkrone ist die krone der ehren, ehrenräuber räuber der ehren, und diese nachsetzung hat oft stärkere kraft.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1859), Bd. III (1862), Sp. 54, Z. 20.

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„äre“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/%C3%A4re>, abgerufen am 31.07.2021.

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