Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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ärgern

ärgern,
eigentlich gegensatz vonbessern, also verschlechtern, verschlimmern, deteriorem facere, ahd. argirôn (Graff 1, 414:
was vil der frummen machen guͦt,
das ärgert oft der pösen muͦt.
Schwarzenberg 139, 1;
so sie ohn bewegliche ursachen dem gesinde urlaub geben und andere aufnemen, so pflegen sie es gemeiniglich nicht zu verbessern, sondern zu ergern. P. Glaser gesindteufel 1564. G 4ᵃ;
dieses weisen knechtes güte,
die dich billig bessern soll,
ärgert dein verstockt gemüte.
Lohenst. geistl. ged. 13, 234;
etwas an den statuten mehren oder mindern, bessern oder ärgern. Witzenb. 3, 204. Gewöhnlich aber bedeutet es offendere, einen ärgern, ihm ärger und verdrusz machen: so ein priester, der gesalbet ist, sündigen würde, das er das volk ergert. 3 Mos. 4, 3; ir aber seid von dem wege abgetreten und ergert viel im gesetze. Maleachi 2, 8; ergert dich aber dein rechtes auge, so reisz es aus und wirfs von dir (goth. jabai marzjai þuk, ahd. oba dih pisuichê). Matth. 5, 29. 30. 18, 8. 9; wer wird geergert und ich brenne nicht? (goth. hvas afmarzjada jah ik ni tundnau?) 2 Cor. 11, 29; also werden sie allenthalben verstockt und geergert, das solcher fluch uns wol durch bein und mark gehen. Luther 3, 312; sie würden min (an mir) geergert. Keisersb. chr. bilg. 182; ordensleut, die etwan hohe ros reiten, dardurch denn die edlen zu zeiten geergert werden. Pauli sch. und ernst 119ᵇ; und so solches die jüden und die heiden sehn, werden sie dadurch geergert. 140ᵇ; ihr sucht geflissentlich alles hervor, mich zu ärgern und zu reizen; einen zu tode ärgern, krank oder todt ärgern; ihn ärgert die fliege an der wand; du ärgerst mich mit deiner bloszen miene. Sich ärgern, ursprünglich verschlimmern, verschlechtern: indem es sich mit den kranken ärgerte. Simpl. 1, 657. meistentheils aber anstosz, ärgernis nehmen, franz. se scandaliser, s'offenser: und ist ein verachtet liechtlin fur den gedanken der stolzen, stehet aber, das sie sich dran ergern. Hiob 12, 5; das sich viel uber dir ergern werden. Es. 52, 14; und ergerten sich an im. Matth. 13, 57; darumb solt ir euch meines tods nicht ergern. Luther 3, 136ᵇ; das ist, das sich niemand an mir stoszen noch ergern kan. 6, 54ᵇ; wenn ich mich aber an den grillen Platos ärgere, so bewundere ich um so mehr sein weises, groszes, herliches. Klinger 12, 58. man sagt auch: sich zu tode ärgern, sich die schwindsucht, ein gallenfieber an den hals, das herz aus dem leibe ärgern; ich will mich aber auch über nichts mehr ärgern. Die belege weisen, dasz der gegenstand des ärgernisses früher durch den gen., später durch die praep. an und über ausgedrückt wurde.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1852), Bd. I (1854), Sp. 548, Z. 32.

ergern

ergern,
s.ärgern 1, 548.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1860), Bd. III (1862), Sp. 820, Z. 22.

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Zitationshilfe
„ärgern“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/%C3%A4rgern>, abgerufen am 08.05.2021.

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