Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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ärnte, f.

ärnte, f.
messis. s. ernte.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1852), Bd. I (1854), Sp. 564, Z. 9.

ernte, f.

ernte, f.
messis, fortbildung des ahd. aran = goth. asans, und auf das ahd. arnôt m. (Graff 1, 481) zurückzuleiten, daher auch in älteren nhd. büchern männlich gebraucht: welches also bleiben wird bis zum end der ding aller, das ist im groszen ernd, da alle ding werden frucht tragen. Paracelsus 2, 3ᶜ;
in dir find ich ein ernd reich gnug,
davon ich dan mit gutem fug
zusamen samle dise früchten,
dir dises opfer zuzurichten.
Weckherlin 373,
wiewol die letzte stelle das geschlecht zweifelhaft läszt. Dasypod. 136ᶜ. 321ᶜ, Frisius 818ᵃ, Maaler 115 setzen ernd weiblich an, wahrscheinlich wirkte das alte f. diu erne nach. Luther schreibt ernde oder erndte, allmälich hat sich das bessere ernte durchgeführt, ist aber weiblich geblieben. so lange die erden stehet, sol nicht aufhören samen und ernd, frost und hitz, sommer und winter, tag und nacht. 1 Mos. 8, 22; das fest der ersten erndten. 2 Mos. 23, 16; so solt ir eine garben der erstlinge ewr erndten zu dem priester bringen. 3 Mos. 23, 10; der Jordan war vol an allen seinen ufern die ganzen zeit der erndten. Jos. 3, 15; also hielt sie sich zu den dirnen Boas, das sie las bis das die gerstenernd und weizenernd aus war. Ruth 2, 23; die erndte ist grosz, aber wenig sind der erbeiter. Matth. 9, 37; lasset beides mit einander wachsen bis zu der erndte. 13, 30; wenn sie (die erde) aber die frucht bracht hat, so schicket er bald die sicheln hin, denn die erndte ist da (goth. untê atist asans). Marc. 4, 29; und nachdem es in der ernden war, zog er aus und wolt das getreid der Beiern abschneiden. Aventin 81. man sagt eine reiche, gute und eine schlechte ernte halten, schneiden, einbringen; eine frühe oder späte; eine schöne, fröhliche; eine nasse ernte, in die es regnet; die ernte kommt heran, ist vorüber;
und in schwanken silberwellen
wogt die saat der ernte zu.
Göthe 12, 253;
morgen fangen wir an zu schneiden die reichliche ernte.
40, 235;
und es brannten die scheunen der reichgesammelten ernte.
40, 249.
bildlich für gewinn und einsammlung überhaupt:
der krämer fruchtbar schwur und ihr genieszlich lügen
hat nimmer ernt üm mich.
Logau 1, 51, 4,
was Ramler ändert in:
ererntet nichts bei mir;
die reiche ernte der missethat.
Schiller ...;
die taschendiebe hatten eine gute ernte; meine ernte im krieg ist gethan, ich träume nun meine jugend in euch (söhnen) zurück. Klinger 1, 21; Liane, sanft in die ernte des abends (erinnerung an das im tag erlebte) versunken. J. P. Tit. 2, 210; eine kraft nach der andern, die ganze gebeugte ernte seines innern stand allmälich wieder auf und grünte tropfend. 4, 64. vgl.flachsernte, frühernte, herbsternte, heuernte, honigernte, kartoffelernte, kornernte, nachernte, obsternte, vorernte, weinernte, prügelernte.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1860), Bd. III (1862), Sp. 928, Z. 72.

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Zitationshilfe
„ärnte“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/%C3%A4rnte>, abgerufen am 31.07.2021.

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