Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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äscher, m.

äscher, m.
es musz schon ahd. und mhd. neben dem gewöhnlichen f. ascâ, asche ein in der bedeutung ihm nahe liegendes m. ascari, aschære, ascher, escher gegeben haben, das sich alleinstehend nicht, nur in den mhd. zusammensetzungen aschervar und ascherkuoche aufzeigen läszt. die Schweizersprache kennt es aber noch heute. denn nach Stalder 1, 114 bedeutet äscher die schon ausgelaugte asche oder auch das zwilchene, in der lauge über die asche gespannte tuch. den lohgerbern dagegen heiszt äscher der gelöschte, durchgesiebte, mit asche vermischte kalk, dann auch ein in die erde gegrabnes fasz, worin die häute mit kalk und asche gebeizt werden: die haut in scharfen äscher legen. Keisersb. has im pf. H. Sachs 1, 501ᵇ, die geschichte einer roshaut erzählend, nachdem er vorausgeschickt hat:
und stiesz mich in ein alten aschen,
der stank gleich wie ein schelmengruben,
da sich mein leiden erst anhuben,
der aschen auch vermischet wart
mit kalg und bisz mich grausam hart,
fügt hinzu:
und mich ausz dem escher aufschlug,
wo escher offenbar jene mit kalk und asche gefüllte beizgrube bezeichnet. seifensieder nennen äscher den einsatz von asche und ungelöschtem kalk, woraus sie ihre lauge bereiten. an die zuthat von kalk zu denken ist unnothwendig, ascher oder äscher scheint ursprünglich nichts als die getroffene vorkehrung zum auslaugen und benutzen der asche, für wasche oder beize; in den folgenden zusammensetzungen hat es darum ganz den sinn des einfachen wortes asche und wechselt damit.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1852), Bd. I (1854), Sp. 584, Z. 20.

ascher, m.

ascher, m.
salmo: gründling, ascher, barben, schmerlen. Brockes 1, 308. s. äschling.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1852), Bd. I (1854), Sp. 584, Z. 49.

äschern

äschern,
cinere lavare, macerare, purgare: das gesponnene garn äschern und gefrieren lassen. Hohberg 1, 108ᵇ; dann das blei auch mit salz soll calciniert und geäschert werden und nachmals mit einem eisen gerüret. Paracelsus 1, 894ᵃ; äschern, cinere aspergere:
der tod will den gebrauch der fastnachtzeit behalten,
er äschert unser haupt mit moder aus der gruft.
Günther 613.
vgl.abäschern, ↗abeschern, ↗einäschern incinerare, macerare, veräschern, wobei bald die vorstellung des bloszen arbeitens, steckens in staub und asche, bald des legens in asche, bald des waschens und beizens vorwaltet: wenn ich so in den ofen blase und mich abäschere. Tieck 3, 276.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1852), Bd. I (1854), Sp. 585, Z. 11.

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Zitationshilfe
„äschern“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/%C3%A4schern>, abgerufen am 08.05.2021.

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