Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

ätti, m.

ätti, m.
pater, avus, statt des goth. atta, ahd. atto, mhd. atte (Haupt 1, 25) begegnet in späteren schwäbischen, schweizerischen quellen stets die umgelautete, auch im i der letzten silbe begründete form; geht sie auf ein ahd. attio, ettio neben atto zurück? bair. der ätt, ätten = átt, áttn (Schm. 1, 126):
so daʒ chindel wirt von not
singent ätti, gib mir prot!
ring s. 99, 27;
ir alten minne und etten
ir sullent vasten und sullent betten.
namenbuch 112;
eins ist din minne, eins ist din ette.
120;
jo fünf schilling nam din lieber ette,
die verspielt er nehten im brette.
125;
hinuber zu dem tauben etlein.
fastn. sp. 96, 33;
das wisz ros,
das min etti allweg in die stad in truog.
822, 17;
die jungen wiber, die 60jerige mann haben, dieselben sprechen 'wo ist der ett? wellen ir zum etten? der ett ist dobnen'. Keisersb. post. 1, 21. 22; ein suͦn oder ein tochter die sprechen 'wo ist mein ett? wo ist mein minn?' nit sprechen sie 'wo ist mein vatter?' oder 'wo ist mein muͦter?' das solt nit sin, ist ungeschaffen, nit eererbietlich. 2, 64. 4, 37; (die mütter) lehren sie (die kinder) dem vatter, den sie sonst nicht kenten, ette rufen, das schmutzhändlin reichen. Garg. 68ᵃ; der alt etti war auch schier verzagt. Frey garteng. 75ᵇ. im armen mann von Tockenburg ist ätti gleichbedeutend mit vater, groszätti mit groszvater.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1852), Bd. I (1854), Sp. 595, Z. 37.

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Zitationshilfe
„ätti“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/%C3%A4tti>, abgerufen am 14.08.2020.

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