Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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äugeln

äugeln,
blicken, blinken, zumal freundlich, liebäugeln, ein gutes, erst seit dem 16 jh. eingeführtes wort:
der feiste küster, äugelte keck nach uns
durchs lange rohr.
Klopstock 2, 232;
wir schenken aufs wol
der weiblein uns voll
und äugeln mit ihnen.
Voss 4, 116;
ziemt es sich, Hans, liebkosend mit händedrücken und äugeln
mir die braut zu bethören, da wir nun eben getraut sind?
Luise 3, 489;
purpurisch zuckt durch düstrer tannen ritzen
das junge licht und äugelt aus dem strauch.
Schiller 8ᵃ;
sie äugelt nach dem spiegel hin,
belauschet meine neckerein.
Bürger;
in den blättern äugelte goldnes obst.
Schubart 1, 438;
es äugelte der wein in dem pokale.
2, 89;
nur vom tüchtgen will ich wissen,
heiszem äuglen, derben küssen.
Göthe 2, 287;
über meines liebchens äugeln
stehn verwundert alle leute.
5, 60;
das mädchen, das an meiner brust
mit äugeln schon dem nachbar sich verbindet.
12, 85;
die eine schalkisch äugelte
vom schleiersaum her.
40, 408;
spät kam Aphrodite herbei, die äugelnde göttin.
40, 346;
Hudhud auf dem palmensteckchen
hier im eckchen
nistet äuglend, wie charmant!
und ist immer vigilant.
56, 119;
jetzt brach die liebliche sonne hervor und äugelte mit glühendem funkeln durch den dichten wald. Tieck 4, 328; oft lag ich in seiner (des baums) kühlen umwölbung und sah hinauf, wie das licht durch ihn äugelte. Bettine tageb. 49; ich war auch einsam damals in der kindheit, die sterne äugelten mich an. 66. Weidmännisch, der hund äugelt gut, blickt gut um, wie äugt gut. in beiden scheint aber noch die bedeutung des alten ougan ostendere nachzuhallen: er weist auf die fährte, zeigt die spur des wildes. bei den gärtnern, äugeln, oculieren, ein reis mit auge, knospe in die rinde eines baumes setzen. vgl.liebäugeln, ↗beäugeln, ↗anäugeln.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1852), Bd. I (1854), Sp. 801, Z. 13.

geeugelt, geäugelt

geeugelt, geäugelt,
mit äuglein geschmückt, gemustert u. ähnl., mhd. und nhd.: der vogel (pfau) hât ainen langen geäugelten zagel. Megenberg 212, 30; ein geeugelt tischtuch. Ant. Tuchers haushaltbuch 101; ein new geugelt tischtuch. 95 (d. i. g'eugelt), gemustert wie ein pfauenschwanz oder wol auch nur am saum mit runder durchbrochner arbeit, wie sie jetzt durch die sog. hohlnaht hergestellt wird. auch ohne umlaut: oculatus, geaugelt. Dief. 393ᵃ (vgl.geaugt). oberbairisch von vieh, z. b. en äuglete kalben, mit rundlichen flecken gezeichnet Schm. 1, 37; doch wäre das mhd. öugeleht, adj.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1878), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 2058, Z. 45.

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Zitationshilfe
„äugeln“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/%C3%A4ugeln>, abgerufen am 17.06.2021.

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