Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

äuszerlich

äuszerlich,
exterus, externus, nnl. uiterlijk, mhd. ûʒerlîch (pass. K. 320, 15), bei Keisersberg noch uszerlich, auszerlich, (has im pf. Bb 4ᵈ), bei Luther euszerlich: an den euszerlichen gescheften im hause gottes. Neh. 11, 16; wer wil sagen, was er verdienet, wenn mans euszerlich ansihet. Hiob 21, 31; wenn das herz traurig ist, so hilft kein euszerliche freude. spr. Sal. 14, 10; das reich gottes komt nicht mit euszerlichen gebärden. Luc. 17, 20; ob unser euszerlicher mensch verweset, so wird doch der innerliche von tag zu tage verneuert (goth. þauhjabai sa utana unsar manna fravardjada, aþþan sa innuma ananiujada). 2 Cor. 4, 17; da wir kinder waren, waren wir gefangen unter den euszerlichen satzungen. Gal. 4, 3; euszerliche heiligkeit. Ebr. 9, 1;
ein innerliches weib, ein äuszerlicher mann.
Logau 1, 10, 13;
wer an frömmigkeit kleiner und an reichthumb gröszer ist als der andere, der ist dem äuszerlichen ansehen nach zwar reich, aber in sich selbst arm. pers. rosenth. 7, 20; man betreugt die euszerliche sinn und betreugt ihren verstand, darnach man einem ein brill aufsetzt. Lehmann 106; wir können unsern kindern die äuszerlichen fehler des übelstandes nicht leichter abgewöhnen, als wenn wir ihnen solche vor den augen nachahmen. Rabener 1, 90; das herz bilden, ohne das äuszerliche zu verabsäumen. 6, 12; sorgfältige bildung des äuszerlichen. Gotter 2, xiv; die härte der seele bei äuszerlicher geschmeidigkeit und sanftmut. 3, 9; Saturn der äuszerlichste unter den wandelsternen. Kant 8, 260; bei dem hiesigen theater sind mehrere subjecte, die ein recht gutes äuszerliches haben. Göthe an Schiller 796; nach den natürlichen begriffen der äuszerlichen gerechtigkeit. Lichtenberg 3, 171. Man sagte früher sich äuszerlich stellen, sich fremd und kalt benehmen: stell dich auszerlich und dapferlich (fremd und derb). Keisersb. siben scheiden 7;
die landherrn die haben sich
gegen uns gstellt lang gar euszerlich.
Ayrer 165ᵇ;
der auserwelte held
sich gegen mir so euszerlich stellt.
168ᵇ;
er stellt sich gegen uns gar äuszerlich, infrequens est nobis. Steinbach 1, 51.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1853), Bd. I (1854), Sp. 1035, Z. 26.

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ausstehlich
Zitationshilfe
„äuszerlich“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/%C3%A4uszerlich>, abgerufen am 07.05.2021.

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