Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

ölberger, m.

ölberger, m.
nur im plural.
1)
wächter, schergen, stadtknechte, d. i. leute von der art wie sie Jesum am ölberg fiengen (praetoriani ministri, vigiliae urbanae Schm.² 1, 62, vom j. 1618): das sie ... den übelthetter mit gewalt und undanks aller ölberger ... in die freihait prachten. Zimm. chron. 3, 13, 24; schergen, ölberger Fischart groszm. 11 neudr. (sergens, gens de guet Rabelais); zweene schergen oder ölberger. Hayneccius H. Pfriem s. 11 neudr.; die schriftgelehrten und eltisten haben ire ölberger und holuncken auch darbei. Mathesius fastenpred. 28ᵇ.
2)
die schlafenden jünger am ölberge, daher spöttisch für schlafhaube, fauler mensch (Alemannia 7, 191 f., vgl.ölgötze 1): die faule und schlafende magt soll ... gleich alsz die ölberger offentlich an die läden gemahlt werden. S. Bürster 47; die faulen sübenschlafer oder ölberger ... krüechten allgemach ausz ihren bedtern. 147, vgl. 148. 149.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1885), Bd. VII (1889), Sp. 1275, Z. 10.

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ordonanz
Zitationshilfe
„ölberger“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/%C3%B6lberger>, abgerufen am 06.08.2020.

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