Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

ölen, verb.

ölen, verb.,
mhd. oleien, oleigen, olen, oln, ölen, öln (Lexer 2, 153).
1)
öl machen, öl woraus pressen, bildlich zu brei zermalmen, hart bestrafen (vgl. 4) Staub-Tobler 1, 182: den lewat öhlen, s. bei öle f.
2)
speisen mit öl zubereiten: geölte suppe u. s. w. Schm.² 1, 62; geöltes brot. 3 Mos. 8, 26; mhd.
wir suln im öln daʒ krût.
gesamtabent. 2, 118, 347.
3)
mit öl tränken, einölen, salben Stieler 1382: wie kann es einem vernünftigen menschen schmeicheln .., seinen namen auf geöhltem papier schimmern zu sehen! Göthe 18, 269; die maschinen u. s. w. ölen; aber edel und gut gewesen sein, das gilt denn noch und wärmt und ölt die knochen von innen heraus. Claudius 4, 58.
4)
besonders mit dem heiligen öle salben: touffen, predigen, oleigen. Königshofen 434, 21; vormols oleigete men nuwent priestere und grosze herren. dovon kam das sprichwort us: sol men ouch buͦben oleigen. 521, 25 ff.; der (papst Felix IV.) satte ouch uf, das men alle siechen möhte oleigen, das men vor det nuwent groszen herren. 526, 3; und salbet in mit ir hand seine ougen und seine oren und alle seine gelider und sprach die wort dar zu, die der priester spricht, wann er die siechen ölet. heiligen leben (1472) 118ᵃ; olen als der priester dem kranken tut. voc. 1482 x 8ᵇ;
der sibent münch der fiel so hart,
dasz man in da must ölen.
bruder Rausch 20 Schade;
ir cresam, ölen und ir schmieren.
Fischart S. Dominici leben 4513;
warumb ist das keine olung, wo sich einer selbs ölet? Luther 6, 84ᵃ (vgl. J. Nas examen 103); die beschornen und geöleten götzen (später geschmirte, beschorne priester). 2, 12ᵇ; du hast nun ein gesalbten, geschmirten und wol geölten pfaffen, was wiltu mehr haben. Alberus widder Jörg Witzeln mammeluken G 1ᵃ; bildlich, ausschmieren, durchprügeln (vgl. 1 und baumölen):
mich ölten eines drei,
solt ich sein noch ein fart geleben,
ich muͤst werlich die hawt drum geben.
H. Folz zeitschr. f. d. alterth. 8, 535, 42;
man olt puben mit kolben wol.
Schm.² 1, 1194 (vom j. 1446).
5)
schweiz. zechen, sich berauschen (vgl.öl 5) Staub-Tobler 1, 182.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1885), Bd. VII (1889), Sp. 1276, Z. 64.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
ordonanz
Zitationshilfe
„ölen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/%C3%B6len>, abgerufen am 11.08.2020.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch (¹DWB)