Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

ölschenkel, m.

ölschenkel, m.
'dicker schenkel, welcher die grösze des gesunden schier zweimal übertraffe und anbei nicht anders glanzete als wann es mit öl geschmiert wäre, dahero die alte solche (offene, flieszende) geschwulsten ölschenkel betitelten. heutiges tags pflegt man sie stollfüsz zu nennen'. Alemannia 10, 200ᵃ (vom j. 1758):
die fistlen, löcher, ölschenkel grosz.
fastn. sp. 865, 8 (N. Manuel Elsli 121);
die zvil mich (trunkenheit) üben über d'masz,
belon ich erst im alter wol,
hunger, armut und krankheit voll,
handzittern und schlotternd kopf,
rodt augen und ein doller tropf,
olschenkel, auch bietrich angsicht.
Freidank (Worms 1539) 18ᵇ;
grosz ölschenkel hat der Sachsz,
seind ihm weich worden wie das wachs.
Mathesius translatio psalmi 113 in exitu landgraffii;
flieszent ölschenkel. S. Frank von der trunkenheit C 1ᵇ; offen schäden, wölf, krebs, ölschenkel und dergleichen. Paracelsus 1, 1005ᵇ; in stinkenden ... faulen ölschenkeln. 1071ᵇ. — übertragen: von diesen römischen ölschenkeln (den päpsten) sein die keiserlichen eiserne schenkel vergiftet und endlich angezündet. Mathesius Sar. 87ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1885), Bd. VII (1889), Sp. 1285, Z. 60.

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Zitationshilfe
„ölschenkel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/%C3%B6lschenkel>, abgerufen am 14.08.2020.

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