Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

ölung, f.

ölung, f.
unctio. mhd. oleiunge, ölunge, olunge, das salben mit (heiligem) öl bei der weihe oder bei ertheilung des sacraments der letzten ölung:
wer die heilge ölung
empfängt zu Rheims.
Schiller 13, 186 (jungfr. von Orl., prol. 3);
die ölung ist das sibendt sacrament der römischen kirchen. Frank weltb. 130ᵇ; und empfieng unsers herren leichnam mit andacht und die heilige ölung. heiligen leben (1472) 191ᵃ; die heiligen ölung den kranken am totbett zugelassen. Baumann quellen 1, 168; warumb ist das keine olung, wo sich einer selbs ölet? Luther 6, 84ᵃ; genauer die letzte ölung: unten (auf dem gemälde) liegt der sterbende, dem die letzte ölung ertheilt wird. Göthe 39, 276;
nach der lezten ölung sol
hefen noch mich färben.
Bürger (1778) 292;
die letzte ölung kann nichts ändern an dem tod.
Lenau (1880) 2, 232.
uneigentlich und bildlich: er meinte auch, weil der bartputzer kommen solle, so habe sein bart (den er nicht gerne wollte scheren lassen) die letzte ölung. Schuppius 609; der republic .. die letzte ölung zu geben. Leibniz 1, 167; eben so will der apotheker jeder mixtur den namen einer letzten öhlung von innen erwerben. J. Paul teuf. pap. 1, 101; dergleichen letzte ölung des schmerzes (thränenvergieszen). Tit. 3, 138;
als ich einst am sterbebette
eines lieben freundes stand ..,
weint' ich ihm die letzte ölung.
Lenau 1, 119;
schweiz. einer sache die letzte öling geben, sie zum letzten mal flicken oder auch sie zerreiszen Staub-Tobler 1, 183.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1885), Bd. VII (1889), Sp. 1286, Z. 75.

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Zitationshilfe
„ölung“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/%C3%B6lung>, abgerufen am 15.08.2020.

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