Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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örtel

örtel,
s. örtlein.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1886), Bd. VII (1889), Sp. 1362, Z. 68.

örtlein, örtel, n.

örtlein, örtel, n.,
mhd. ortelîn, örtelîn (Lexer 2, 172), schweiz. örtli, deminutiv zu ort nach allen bedeutungen desselben (Staub-Tobler 1, 480 ff.), vergl.örtchen.
1)
augsb. das ortle, die schusterahle. Birlinger 365, nordböhm. örtel Peters beitr. (1864) 7; s.ort I, 2.
2)
ecke, winkel, schlupfwinkel (ort I, 3):
ob iendert ich ein örtlein find,
do narren inn verborgen sind.
Murner narrenbeschw. 5, 88.
3)
der vierte theil einer münze, überhaupt ein kleiner geldwert (s.ort I, 4, a): örtlein oder helbling. Meisterlin 110, 25; ortlin, quadrans solidi, dry pfennig. Murmelius 172;
dann wo narren nit drünken wyn,
er gilt yetz kum ein örtelyn.
S. Brant 72, 16;
tusent pfunt für ein örtli. Keisersberg bilg. 2ᶜ; witwe, die nit mer dann zwei örtlin .. opfert in den stock. brösaml. 2, 32ᵃ. Frank paradoxa 169ᵃ; die etlich heller und örtel uber nacht auf dem bock in die gärten verreuten. Fischart groszm. 78; schweiz. örtli, der vierte theil eines Zürcher-guldens. Stalder 2, 251; österr. (1849 f.) ein eckele oder ein örtel, der vierte theil einer guldennote, s. Lexer 2, 172. — theil, rest wovon Höfer 2, 300.
4)
plätzchen, zu ort III: das truogen etlich an ein ertlin zamen uff dem kilchhof. Th. Platter 23 B.;
wer wolt nun örtlin in han genummen?
Murner narrenbeschw. 3, 8;
er satzt sich nider under die thür an sein altes örtlin. Wickram rollw. 186, 22 Kurz; indeme solcher am gantzen leib bewaffnet war, auszer dises örtels (auf der stirne). Abr. a S. Clara auf, auf ihr christen 80, 22;
ich will wo anders gehn
und mir ein örtlein suchen,
wo weder birk noch buchen.
Rückert 1, 414;
suche dir ein örtlein aus sonnenlos und stille.
Wackernagel ged., auswahl 125.
5)
kleine ortschaft (s.ort VI, 1): des örtleins rath. Siegfr. v. Lindenberg² 1, 30; im örtlein zu Schwaben. 36.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1886), Bd. VII (1889), Sp. 1364, Z. 57.

örtel, m.

örtel, m.,
bair. der schuhmacherpfriemen; viereckige spitze am bergeisen (s.ort I, 2) Schm.² 1, 152.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1886), Bd. VII (1889), Sp. 1362, Z. 69.

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Zitationshilfe
„örtel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/%C3%B6rtel>, abgerufen am 11.08.2020.

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