Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

überdrehen, v.

überdrehen v.
nl. overdraaien. trennbare u. untrennbare verb.
1)
hinüberdrehen (präfixbetont, vgl. Campe 5, 11): die kleinen fähren, worin man sich selbst überdreht (durch drehen über den flusz schafft) Matthisson 6, 235; fachausdruck i. d. färberei: das tuch durch eine winde aus einem kessel in den andern hinüber winden Jacobsson 4, 465ᵃ.
2)
zu viel drehen, verdrehen (mit dem ton auf der stammsilbe): ist das schlosz verdorben, oder überdrehet? Petrasch lustsp. 1, 698; vgl. auch Schmidt-Petersen 9ᵃ s. v. ā͏́wərdrei.
3)
mit windungen bedecken: fingerhut zum goldspinnen ist ein von eilffenbein rundlänglicher offener, und mit lauter ringlein überdreheter überzug des fingers Amaranthes frauenz.-lex. 543.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1918), Bd. XI,II (1936), Sp. 161, Z. 19.
Zitationshilfe
„überdrehen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/%C3%BCberdrehen>, abgerufen am 19.02.2020.

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