üblich adj.
Fundstelle: Lfg. 5 (1932), Bd. XI,II (1936), Sp. 696, Z. 34
gebräuchlich, gewöhnlich, zu üben, v.; ahd. u. mhd. nicht belegt. üblich ist, was im brauch ist, what is usual Ludwig teutsch-engl. lex. (1716) 2077; usitatus Dentzler clavis ling. lat. (1716) 299ᵃ; Steinbach 2, 890. Eberhard synonymik (1795—1802) 3, 181 schränkt die bedeutung von üblich und gebräuchlich auffreie handlungen der menschenein, während gewöhnlich auchnatürliche veränderungen begreiftund differenziert üblich von gebräuchlich sodann dadurch, dasz üblich sich auf die handlungen selbst, die durch ihre gleichförmigkeit das übliche ausmachen, gebräuchlich hingegen sich auf die dinge beziehe. diese begriffsabgrenzung wird durch den sprachbrauch nicht bestätigt. es überwiegt wohl die verwendung von üblich bei nomina actionis, ü. findet sich aber sowohl attributiv als prädicativ auch bei concreten. a) wie des orts der gebrauch und üblich ist Ch. Zobel sechsisch weichbild (1537) 123ᵃ; wie recht, landleufftig und ubelich Machholth formular (1560) 28ᵃ; was bey inen ü. und breuchlich ist Mathesius Sarepta (1571) 50ᵃ; welches wort (losung) in kriegsleufften ü. und gewönlich ist H. Roth catechismi pred. 1, 158ᵇ; Puschmann gründl. bericht 5 neudr.; wie solches (gastieren u. bewirten) an königlichen höfen ... mannierlich oder ü. ist volksb. v. geh. Siegfr. 87 neudr.; jus gentium, das recht, welches bey allen völlckern ü. ist nomencl. lat. germ. (1634) 328; dieser gebrauch ist ... in der welt noch ü. Grimmelshausen Simpl. 109 neudr.; ceremonien ... die entweder in der kirche oder auch bey weltlichen geschäften ü. sind Chr. v. Wolff gedanken (1720) 106; laster ..., die ... ja aller orten sehr gemein und ü. sind d. vernünft. tadl. (1725 ff.) 2, 54; gebräuche, die beim begräbnisse ü. sind Hegel w. 11, 366; dieses instrument (d. flöte) ist seit dreiszig ... jahren in Deutschland sehr üblich worden Quantz anweisung d. flöte zu spielen (1789) 7. b) (wie es) noch bergleuftiger gewonheit in ubelichem gebrauch ist cod. dipl. Sil. 20, 219 (a. 1521); Widmann Fausts leben 106 Keller; jedoch halt ichs mit hergebrachter üblicher gewonheit M. Beuther praxis rer. crim. (1565) 147ᵇ; nach gemeinen und üblichen rechten kirchenordn. f. Braunschweig (1569) 301; Mathesius Sarepta (1571) 34ᵇ; wörter ..., welche ... noch heutiges tages in üblichem gebrauch und gewohnheit (sind) Schill teutsch. spr. ehrenkranz (1644) 234; ein gutes ... aber nicht mehr übliches gesetz, ... non praticata Kramer dict. (1702) 2, 1170ᵇ; nach heut zu tage üblichem hof- und kaufmannsstylo Harsdörfer teutsch. secretarius (1656) 1, a 2ᵃ; in üblicher weise Moltke ges. schr. u. denkw. 4, 93; in üblichem sinne Bismarck ged. u. erinn. 2, 18 volksausg.; sie .. lehrten mich den üblichen grusz „glück auf“ Novalis schr. 4, 114 M.; jede ... in den üblichen formen abgeschlossene ehe Mommsen röm. gesch. 1, 59; die heute üblichen methoden L. Boltzmann populäre schr. (1905) 130; er sah sich die localität ... an, die hausbedienung, die üblichen gäste Gutzkow ges. w. 2, 209. c) subst. ntr.: (es) handelt sich in meinem falle nicht um das übliche, sondern um einen ausnahmefall Fontane ges. w. I 5, 295; genaue kentnis des örtlichen und üblichen Fernow leben ... Carstens (1806) 119; das ist seit dem paradiese her das üblichste ... gewesen Göthe 17, 12 W. verengt als term. in d. malerei des 18. jahrh.: das übliche für das costüme: 'das ü. ist in vorstellungen, die aus der geschichte der völker genommen sind, das zufällige, insofern es durch die allgemeine gewohnheit des volkes und der zeit, woraus der gegenstand genommen ist, bestimmt wird' Sulzer theorie d. schönen k. 4, 622; Kinderling reinigk. (1795) 219; eine sünde wider das übliche (wenn die maler Theseus einen fingerring malten) allg. dtsche bibl. 10², 77; Herder 1, 219 S.
Zitationshilfe
„üblich“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/%C3%BCblich>, abgerufen am 17.02.2019.

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