imme m
Fundstelle: Lfg. 10 (1876), Bd. IV,II (1877), Sp. 2065, Z. 57
der bienenschwarm. ahd. impi, imbi, mhd. imbe, impe, imme, bair. imp, imm (Schm. 1, 79 Fromm.), schweiz. ima (Tobler 284ᵇ), bei Maaler ymbd, schwarm oder hauf der ymmen, examen, junger ymbd, ymmenzucht, junge bynle, pullities apum 310ᵇ; auch westfälisch der imme stock bienen; wenn etwen ein ime mit honingwaben uff einem boum ist. Keisersberg bilg. 126ᶜ; ganze haufen hangen an einander, als ein imb, so er gelassen hat. Forer fischb. 147ᵇ;
do kamb ein imb geflogen,
in dlinden er genistet hat.
Sempacherlied in Wackern. leseb. ⁵,1287, 3.
auch bienenstock, selbst leerer: also fand er da hinden in dem hof ein hufen ymen ston. Ulensp. 9; in der selben nacht kamen zwen dieb und wolten ein ymen stelen. ebenda; und da sie kamen zu dem stock da Ulenspiegel innen lag, der was der schwerste, da sprachen sie: das ist der best ym. ebenda. s. das folgende.
imme f
Fundstelle: Lfg. 10 (1876), Bd. IV,II (1877), Sp. 2065, Z. 74
biene: imb apes vel apis voc. inc. theut. k 6ᵇ; imme, bien, apes vel apis Dasyp.; ein sowol im obern als im niedern Deutschland (Schambach 90ᵇ. Schütze 2, 190 u. a.) volksmäsziges wort, während es Mitteldeutschland, und vorzüglich dem östlichen, fremd ist; das schweiz. neutrum imme, immi (Stalder 2, 69) musz als deminutiv zum fem. imme angesehen werden: wie ein ime ausz einerlei blum allein nicht jhren honig holet, sonder ausz vielen unterscheidenen. Fischart bienk. 6ᵇ; mancher ist so begierig zu einem ding wie der beer zum honig, die immen zur blumen. Lehmann 1, 79; die immen küssen gern schöne blumen und sie bleiben doch schön. 123; wer gut honig wil haben, der musz der imben bisz gewertig sein. 382; woher die imme fleucht und wohin sie ihre waben verbirgt. Fr. Müller 1, 22;
blumen gab der herr der imme,
liebesklang der nachtigall.
Arndt ged. (1860) 507;
es müsse nie zu eurem mund
nach honig gehn die imme.
Rückert 301;
der bär lauft zu den immen und bienen. wiszbad. wisenbr. 2, 31;
der immen oder bienen.
Spee trutznacht. 126.
unter spielen wird aufgezählt immen wigen. Garg. 170ᵃ. Die zusammenstellung von imme mit griech. ἐμπίς stechmücke und lat. apis unterliegt erheblichen zweifeln. das älteste zeugnis für das vorkommen des wortes ist in den Juniusschen glossen: impi pianô examen apium Graff 1, 257; examen apium impi pianô, aliquando uuaba Germ. 11, 42, 439; und im Lorscher bienensegen, wo imbi als bienenschwarm von bina als einzelner biene scharf unterschieden wird, vergl. Pfeiffer forschung 2, 4; noch spät findet sich nl. examen imme van byhen Dief. 214ᵃ. hieraus scheint zu folgen, dasz das wort impi, imme im grunde eine allgemeinere bedeutung gehabt hat, etwa die eines volkes, schwarmes schlechthin, die durch das beigesetzte pianô erst auf ein specielles gerichtet werden muste; dasz daher die beziehung des einfachen imbi, imme auf ein bienenvolk erst in zweiter linie anwendung fand. ist dies aber richtig, so wird an die verwandtschaft mit dem oben erwähnten griechischen und lat. worte nicht zu denken sein. imme und biene aber waren in der bedeutung zuerst scharf unterschieden, da biene nur, wie auch heute noch, das einzelne insect bezeichnete; als in einer sehr jungen zeit (mhd., vgl. Lexer wb. 1, 1421) nun auch imme auf das einzelne insect bezogen ward, da änderte sich in diesem falle das geschlecht, unter einflusz des von biene, und ursprünglich éin wort schied sich in zwei. die eigentliche bedeutung von imme bleibt noch dunkel, die von Leo ags. glossar 482 versuchte zusammenstellung mit ags. umbor musz umsomehr dahin gestellt werden, als dasselbe dem sinne nach bis jetzt nicht gesichert ist.
imme f
Fundstelle: Lfg. 10 (1876), Bd. IV,II (1877), Sp. 2066, Z. 41
ameise, neben emse, imse und ims. Nemnich 2, 1640. vgl.emse theil 3, 443.
Zitationshilfe
„Imme“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/Imme>, abgerufen am 22.09.2018.

Weitere Informationen …