Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

kaufleute

kaufleute, pl.
zu kaufmann, ahd. choufliutî, mhd. koufliute, mnd. kôplüde, nnl. kooplieden, kooplui.
1)
händler, verkäufer: und da die Midianiter die kaufleute fur uber reiseten, zogen sie in (Joseph) heraus aus der gruben und verkauften in den Ismaeliten. 1 Mos. 37, 28;
es ist worlich ein grosze schand,
das man die stroszen nit wil frien,
das bilger, kouflüt sicher sigen (seien).
Brant narr. 79, 32;
so ist es doch ein altes sprichwort war,
das kaufleut nit gerne (leicht) verderben.
Ambr. lb. 93, 22;
so gehts, wan die junkeren wollen kaufleute und die kaufleute kriegsleute sein. Schottel 1118ᵃ, ein sprichwort aus den verhältnissen des 15. 16. jh. entsprungen, kaufleute und bürger werden damals oft gleichbedeutend gebraucht, wie schon im 13. jh.
2)
käufer: 'viel laufleute, wenig kaufleute' (auch viel läufer, wenig käufer), klage der krämer auf messe und jahrmarkt, vgl.gaffleute; kôplüde lôplüde, kunden sind unsicher. Dähnert 249ᵃ;
so findet ir kaufleut zuo aller war.
fastn. sp. 371, 21;
'fürwar, als ich war hab, als beschert mir unser her got kouflüt' schmeichelt Eulenspiegel den kauflustigen juden. hist. 35; Pickelhering helt einen tredelmarkt mit betten, büchern, kleidern und dem kinde, es finden sich etzliche kaufleute, so ihm die sachen abhandeln wollen. Schoch studentenl. M 1ᵃ;
es gibt mehr krämer als kaufleut ...
nun walt sein glück, es ist auszglegt
und alle wahr also aufdeckt,
ich hoff wir wollen schir kaufleut han.
J. Ayrer fastn. 17ᵃ;
man soll demjenigen, so wenig kaufleute hat, den profit gönnen. Olearius pers. baumg. 2, 5; ein artiger liebwerther junger mann ... verkaufte honig und bekam kaufleute die menge. 4, 7. auch auszer jenem sprichwort noch im gemeinen leben, z. b. kaufleute zu einer waare suchen ( Adelung); die marktleute machten ihre buden auf und sahen sich nach den kaufleuten um. s.kaufmann 2.
3)
auch, wie kauf anfangs, von beiden dem käufer und verkäufer, in dem sprichwort 'bieten und wiederbieten macht kaufleute' Adelung, nd. födern un beien (bieten) mâkt kâplüe Schambach 96ᵇ, bringt den kauf zu stande.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1865), Bd. V (1873), Sp. 335, Z. 48.

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Zitationshilfe
„Kaufleute“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/Kaufleute>, abgerufen am 09.03.2021.

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