Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

schossel, schössel

schossel, schössel,
1)
schössel, n., daneben schöszlein, schösserlein, schöszling, der hänfling (von seinem schieszenden fluge?) Schm. 2, 480. s. schösserle.
2)
der schössel, bäckerschaufel, mit der das brot in den ofen geschoben (geschossen) wird Campe; vgl. Müller-Weitz Aachn. mundart 222. s.schosse 1 und zweites schosz 3, d.
3)
schossel, f. schrotleiter, womit aufgeladen wird (Österreich) Jacobsson 7, 270ᵇ. Klein provinzialwb. 2, 140.
4)
schossel, f. überlebhafte, gedankenlose person (eigentlich person, die einen schusz, schosz hat, s. zweites schosz 3, b) Schm. 2, 479; als m. schossel, verrückter, alberner mensch Schemionek (Elbing) 36, vgl. Kehrein 365. verbreiteter ist schussel, fem. Pfister 271. Reinwald 2, 115. Spiesz 228. Bernd 279; die schassel (franz. chasser) Müller-Weitz Aachener mundart 207. bei Frischbier ist bezeugt schōsel, schūsel, loddriger, alberner, dummer, halbverrückter mensch (umgedeutet nach schose, franz. chose, alberner streich) 2, 312ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1897), Bd. IX (1899), Sp. 1599, Z. 49.

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Zitationshilfe
„Schößel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/Sch%C3%B6%C3%9Fel>, abgerufen am 24.01.2021.

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