abbruch m
Fundstelle: Lfg. 1 (1852), Bd. I (1854), Sp. 17, Z. 2
abruptio, avulsio, in den meisten der bei abbrechen angegebnen bedeutungen. abbruch des hauses, der mauer, des thurms, des obstes, des fadens, des kampfs, des gespräches. ein haus auf abbruch verkaufen. abbruch heiszt auch das vom wasser abgebrochne land, den schriftgieszern aber das über der form stehn bleibende, abzubrechende metall. Häufig bedeutet es eintrag schmälerung abzug schade: ein wesen, welches über allen abbruch an seinen zwecken erhaben ist. Kant 5, 333; ich musz ohne abbruch bezahlt werden;
dasz das allgemeine heil
keinen abbruch darf erfahren,
will davon ein jeder theil
nemen und bei sich bewahren.
Logau 2, 16, 42
mit der überschrift: beraubter gemeinkasten;
abbruch will an seinem wort unser gott mit nichten leiden,
zusatz soll bei seinem wort auch sein volk nicht minder meiden.
gottes wort nicht lesen dürfen, dieser abbruch ist nicht klein.
Logau 2, 231, 132.
in diesem sinn pflegt es mit geben und thun verbunden zu werden:
eine maultasch ist ein ding zwar nicht schädlich an dem leben,
auszer dasz sie dem gehör abbruch wil und nachtheil geben.
Logau 2, 26, 97.
was mir der schalk für abbruch thut.
Wieland 5, 181.
die bürger thaten auf dem rückzuge in verbindung mit den Kaiserlichen den Franzosen abbruch. Göthe 43, 147. Frank, nach abbrechen se continere, setzt abbruch für enthaltsamkeit von der speise, für fasten und kasteien: in der fast plagen si sich mit groszem abbruch. weltb. 192ᵇ; bruͦder Niclas in Schweitz genant, ein man wunderparlichs abbruchs, den etlich gar nicht essen, etlich so gar wenig gessen haben schreiben. chronik 270ᵃ. Bei Luther steht abbruch dem zusatz nutz und vortheil entgegen: es hat weder silber, golt, edel gestein, noch kein köstlich ding so manchfeltige zusetze und abbruch als die guten werk. 1, 224; denn es unchristlich ist gemeines nutzes und schutzes genieszen und doch nicht gemeine last und abbruch tragen. 8, 377ᵇ (vgl. br. 2, 298.) kleidung, darauf nit vil kosten zu abbruch der haushaltung angewendt worden. Fischart ehz. 78. stümfflicher abbruch (plötzliche entziehung) soll daneben auch nicht sein. Kirchhof disc. mil. 31. Aufhören und ende:
die bestimbte zeit des abbruchs unsrer schanden.
der tyrannei abbruch.
Weckherlin 605.
der abbruch deines lebens.
Günther 235.
Weckherlin in der vorrede zu den weltl. ged. nennt auch die caesur abbruch: und also den so lieblich fallenden und meinem erachten nach gantz künstlichen abbruch in der mitte der langen versen sein merkliches wehrt villeicht gar benehme.
Zitationshilfe
„abbruch“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/abbruch>, abgerufen am 18.10.2019.

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