Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

aberwitz, m.

aberwitz, m.
amentia, dementia, wahnwitz, ahd. âwizzi n. deliramentum, âwizzôn delirare, aus diesem alten â hat sich hier aber, nicht aus ober entfaltet. die (fürstin) voll von aberwitz ein creutz pflegt anzubeten. A. Gryph. 1, 124; du hast uns sehr schön bewiesen, dasz es zum besten der menschlichen gesellschaft gereiche, wenn der vernunft und dem witze, folglich auch der unvernunft und dem aberwitze volle freiheit gelassen werde. Wieland 6, 266.
denn alles was Theofron uns gesungen
war, seinem urtheil nach, vollkommner aberwitz.
9, 62.
aberwitz und unsinn genug habe ich aufs papier geworfen. Gotter 3, 319.
verwirre wüsten sinnes aberwitz nicht gar,
selbst jetzo, welche denn ich sei, ich weisz es nicht.
Göthe 41, 195.
doch du (natur) hast niemals mitbeschworen
den aberwitz beschränkter thoren.
Platen 55.
Die ältere sprache setzt das wort weiblich: darumb musz der apostel zu den Hebreern (im brief an die H.) sehr in die aberwitz gangen sein. Luth.; der alt ist nicht witzig, er gehet in der aberwitz. Pauli schimpf 10; aber es wäre dem son ein gespötte, er meinet der vatter redet aus aberwitz. das. 139ᵃ; redet in der aberwitz. H. Sachs II. 2, 51ᵇ. 54ᶜ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1852), Bd. I (1854), Sp. 35, Z. 4.

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Zitationshilfe
„aberwitz“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/aberwitz>, abgerufen am 21.09.2021.

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