abschatten
Fundstelle: Lfg. 1 (1852), Bd. I (1854), Sp. 95, Z. 57
adumbrare, durch hinzugethanen schatten genauer abbilden, als es im umrisz geschehn kann, bei den mahlern, die gestalt, die landschaft abschatten, in licht und schatten setzen, dann überhaupt abbilden, entwerfen, bilden: das menschenpaar, welches gott abschattete. Hippel lebensl. 6, 115;
die schöne menschheit,
zu welcher, wie das nektarräuschchen schwindet,
die göttin unvermerkt sich abgeschattet findet.
Wieland 9, 184;
leiden schattet niemals so scharf ab als thun. J. Paul aesth. 2, 80; blickte er ihr bethräntes angesicht an und schattete es ab in seiner öden seele. Hesp. 4, 86; wo ich eben sitze und den heutigen sonntag abschatte. jubelsen. 177; spitzbuben geschickt abschatten. holzschn. 10, 92. Das wort wurde viel häufiger in der sprache seit erfindung der schattenrisse durch den Franzosen Silhouette (um 1760): ich nahm oft im sommer meine schreibtafel heraus und wollte ihn an dieses silhouettenbret anpressen und dann abschatten. Hesp. 3, 203; dürfte man einen freund abschatten in rissen und schattenrissen. flegelj. 4, 90, und J. Paul geht damit verschwenderisch um. sich abschatten bedeutet sich durch schattenwurf darstellen: die gestalt schattet sich auf dem hellen grunde genau ab; die blätter der reben schatteten sich ab auf seinem antlitz. Bettine tageb. 229.
Zitationshilfe
„abschatten“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/abschatten>, abgerufen am 07.12.2019.

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