Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

abschnappen

abschnappen,
excidere, schnell ab oder zufahren, ablaufen, von schlosz und angel gebraucht: der hahn an der flinte, das schlosz schnappte ab, die thür ist abgeschnappt; einmal zerbricht mir der bogen, das andermal schnapt mir der bolzen ab. Weise comöd. 175; die uhr ist abgeschnappt. Figürlich sterben, wie abfahren, abgehn: wenn alle abschnappen, die von der sache wissen, bleibt auf die letzt keiner der mich verräth. Fr. Müller 3, 391. plötzlich im reden einhalten: mit einem seufzer abschnappen. Tieck 3, 308; musz ich nicht mitten in den zärtlichsten oder erhabensten stellen abschnappen? J. Paul uns. loge 3, 41 und sonst bei diesem schriftsteller oft. Transitiv das schlosz abschnappen; schnappe die thür ab, dasz uns niemand störe; und so läszt sich auch jenes abschnappen, einhalten fassen mit dem ausgelassenen acc. rede.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1852), Bd. I (1854), Sp. 106, Z. 44.

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Zitationshilfe
„abschnappen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/abschnappen>, abgerufen am 16.01.2021.

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