ahndung f
Fundstelle: Lfg. 1 (1852), Bd. I (1854), Sp. 194, Z. 10
praesagium, vorgefühl, heute ahnung.
der ahndung gleich, in der wir harmonien
der himmlischen zu hören wähnen.
Gotter 1, 270;
und ich weisz selbst nicht aus welcher heimlichen ahndung ich nach der übersetzung derselben zu allererst sahe. Lessing 6, 198;
keine ahndung ferner übel schwärzet
deinen freien, unbewölkten sinn.
Wieland 9, 306;
ach die ahndung lispelt leise
mir ein andres schicksal zu.
Bürger 6ᵃ;
ich umarme sie mit einem herzen voll süszer ahndungen. Fr. Jacobi bei Merck 2, 123; ahndungen sind regungen die flügel des geistes höher zu heben. Bettine tageb. 55; der verschlossene same und die blüte, die aus ihm erwächst, sind einander nicht vergleichbar, und doch ist sein erstes keimen die ahndung dieser blüte. das.; die aussicht in die zukunft als vorempfindung d. i. ahndung. Kant 10, 195; von welcher wissenschaft (der allgemeinen sprachkunde) die alten noch keine ahndung besaszen. Humboldt Kawispr. 3, 425.
ahndung f
Fundstelle: Lfg. 1 (1852), Bd. I (1854), Sp. 194, Z. 3
ira, vindicta: nun hetten die Römer ein grosze andung und grollen gegem bapst Gregorio, das er Othonem zum keiser gekrönt hett. Frank chron. 176ᵃ; die verbrecher traf schwere ahndung;
wie schwer empfindet oft die ungerechtigkeit
die eiserne gewalt zu schneller ahndungszeit.
Hagedorn 1, 49.
Zitationshilfe
„ahndung“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/ahndung>, abgerufen am 15.11.2019.

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