Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

allzu, adv.

allzu adv
nimis, verstärktes zu, doch nur in dieser bedeutung, nicht wenn zu praep. ist. den begrif nimis drückt uns auch heute noch bloszes zu aus, wie ahd. za, zi, mhd. ze; die verstärkung alza, alzi scheint ahd. nicht zu begegnen, mhd. alze ergibt sich häufig. Dies allzu könnte nun, gleich dem einfachen zu, vor alles und jedes adj. oder adv. treten, ohne dasz zusammensetzung entspränge; man schreibt zu grosz, zu theuer, nicht zugrosz, zutheuer, warum sollte ein auf erster silbe betontes allzugrosz, allzutheuer dem allzu grosz, allzu theuer vorgezogen werden? dichter und ausgaben schwanken, wer wollte der sucht composita zu bilden, wo keine noth dazu drängt, nachgeben? am statthaftesten wäre der anschlusz etwa bei den partikeln allzuviel, allzuwol, allzusehr, allzulang, allzubald, weil in dieser gestalt ihnen bisweilen substantivgeltung zu theil wird; man sagt allzuviel ist ungesund, das allzuviel kann schaden; andere beispiele in Simrocks spr. 158—170. im 16. 17 jh. wurde beinahe immer getrennt geschrieben: allzu gnug. Luther 8, 49ᵇ; allzu zeitlich. Fleming 338, erst im 18 begann man anzuhängen. nnl. hat sich umgekehrt die trennung selbst des al erhalten: al te schoon, al te klein. Man unterscheide von diesem ungebundnen allzu die folgenden zusammensetzungen allzugegen allzugleich allzuhand allzuhauf allzumal allzuvorderst, in welchen kein allzu vortritt, sondern ein bereits mit zu verbundnes wort noch durch all verstärkt wird.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1852), Bd. I (1854), Sp. 243, Z. 28.
Zitationshilfe
„allzu“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/allzu>, abgerufen am 21.02.2020.

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