aufwinden
Fundstelle: Lfg. 4 (1852), Bd. I (1854), Sp. 780, Z. 24
involvere, nnl. opwinden,
1)
glomerare, garn aufwinden, band aufwinden zu schleifen:
dieses band sol auch sein seine,
das wir haben aufgewunden,
darmit sei er angebunden.
Fleming 42;
dis band, das wir selbselbst
so haben aufgewunden.
39;
und an ewig gleicher spindel winden
sich von selbst die monde auf und ab.
Schiller.
2)
sursum torquere: die schlange windet sich auf; der weg windet sich auf; es hob sie ein sanft aufgewundner weg auf das hohe gestade des thals. J. Paul uns. loge 2, 30. den wein aufwinden zum laden, was Fischart auf den trinker anwendet: und dieselbigen rachenkitzel und weinhaspeln (d. i. sachen die den durst aufregen) waren gewis auserlesene stücklein, die ihm wol anstunden, und den wein wol aufwinden, aufkranen und einladen konten. Garg. 53ᵃ; den knüttel aufwinden, erheben. B. Waldis 4, 98.
3)
figürlich, ein einsamer ort, den er sich gewählt hatte, um daselbst zu zeiten die kräfte seiner seele wiederum aufzuwinden. Klinger 7, 204; der sultan, der dir ein mensch zu sein schien, da er nichts als ein durch deine sprüche und die gewohnheit deines umgangs aufgewundener herscher war. 7, 232; seine seele und sein herz durch edle grundsätze aufwinden. 12, 123; es ist einerlei, woran eine kindliche phantasie sich aufwindet, ob an einem lakierten stäbchen oder an einer lebendigen ulme. J. Paul uns. loge 1, 184.
aufwinden n
Fundstelle: Lfg. 4 (1852), Bd. I (1854), Sp. 780, Z. 51
glomeratio staminis, anzetteln: ich sehe, an diesem stuhl ist man beim aufwinden. ich betrachtete nun sorgfältig das aufwinden. Göthe 23, 62.
Zitationshilfe
„aufwinden“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/aufwinden>, abgerufen am 06.12.2019.

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