ausspringen
Fundstelle: Lfg. 5 (1853), Bd. I (1854), Sp. 980, Z. 7
exsilire, nnl. uitspringen,
1)
heraus, er hieb ins pflaster, dasz die funken aussprangen; ein einspringender und ausspringender winkel. Göthe 54, 68; ein stück an dem messer ist ausgesprungen; die tasse am rande; vom stosz sprangen drei zähne aus.
2)
hinaus, der hirsch springt über den zeuch aus. Becher s. 47;
thet sich der hirsch auf,
des sinns über in aus zu springen.
Teuerdank,
in dieser bedeutung läszt man auch das pferd ausspringen, z. b. über den graben, über den zaun setzen. Garg. 176ᵃ; die klinge, das schwert springt aus, prallt von der stelle ab, auf die es gerichtet war; apfelrunde und lindharte brüstlein, auf die prob der spannischen filz, die nach palmenart vom grif nicht weichen, sonder ausspringen, wie die valenzische rapierklingen. Garg. 77ᵃ; hiermit grief er nach dem degen und that nach seinem bruder einen heftigen stosz, der ihm aber aussprang (auswich) und sich in innern tempel rettete. Lohenst. Arm. 2, 59; dem Amor ausspringen und seine bande zerreiszen. Opitz Arg. 2, 172.
3)
sich ausspringen, durch sprünge erfrischen sowol als erschöpfen, Opitz 1, 11 braucht in solchem sinn intransitives ausspringen:
wer pflegt nicht erstlich bald ein wenig auszuspringen,
und kan sein frisches blut dermaszen überzwingen,
dasz nicht ein überflusz der jugend bei ihm bleibt?
4)
transitiv, sich den fusz ausspringen, aus dem gelenke springen, verrenken.
Zitationshilfe
„ausspringen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/ausspringen>, abgerufen am 18.10.2019.

Weitere Informationen …