Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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austag, m.

austag, m.
dies peremptoria, in einer urk. bei Schöpflin Als. dipl. nᵒ 1268 heiszt es: und dasz diser tag ein ustag und ein endtag sin solte, die sache nach dem rechte uszetragende als vor stat. endtag ist das ahd. antdag und endidago (Graff 5, 358), vgl.antag oben sp. 495. usztagfrönung bei Oberlin 79 war citatio peremptoria. in der Schweiz sind austage die letzten frühlingstage, die scheide zwischen frühjahr und sommer: die austag des frühlings waren gar harb. Scheuchzer 1, 131, und nach Stalder 1, 258 hiesz dieser ausgehende frühling selbst der ustig, austag. die schreibung haustage, hustage, samt der ableitung von hausen, haushalten, sparen scheint verwerflich. s. das folgende verbum und auswart, auswärts.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1853), Bd. I (1854), Sp. 995, Z. 29.

austagen

austagen,
peremptorie citare, in jus vocare, auffordern:
musz endlich deine rach aus ihrem traum erwachen!
so ists, sie tagt uns aus, wenn mans am minsten denkt.
Gryphius 1, 8;
wir haben schmach und schaden,!
und unruh abgethan, den Bulgar ausgetagt,
den Agaren gedämpft, der Scythen heer gejagt.
1, 25;
wer gott zum streit austagt,
wird asch und staub und dunst und rauch und wind.
1, 46;
es klingt nichts in dem ohr,
als der donnerherben rache
von gott ausgetagte sache.
1, 48;
weist du, wem du dis sagst?
'dir, der du mit dem mord gott zu gericht austagst'.
1, 79;
und steht es frei, den mord zu wagen,
und die gesalbten auszutagen?
zu tagen vor ein blindes recht,
da über herren spricht ein knecht?
1, 270;
schone, wolverdiente strafe
auszutragen auf dis land.
2, 276;
hier ist das ziel,
das deine rach austagt.
Lohenst. Ibr. 13, 286;
wer blitz in streit austagt, der wird in streit gelegt.
39, 341.
andere und die späteren schriftsteller bedienen sich des wortes nicht, man vergleiche die bei Oberlin 79 und 1943 aus urkunden mitgetheilten stellen und im Ssp. dach utleggen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1853), Bd. I (1854), Sp. 995, Z. 41.

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Zitationshilfe
„austagen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/austagen>, abgerufen am 08.05.2021.

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