Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

austrinken

austrinken,
ebibere, nnl. uitdrinken. an einem rechten het ein armer baursman ein sach und kam zu seinem fürsprechen und schenkt im ein hafen mit guter milch. der ander kam und schenkt im ein saugferlin oder spinferlin, das gut zu braten war. das urteil gieng wider den, der dem fürsprechen die milch het geben. da sprach derselbig baur, 'wo ist mein gute milch hinkomen?' der fürsprech antwortet, 'das saugferlin hat sie ausgetrunken'. sch. und ernst 86;
trinks gar aus mit guͦten trewen!
Scheit grob. g 4;
er hat kaum ausgetrunken,
springt im sein herz enzwei.
Uhland 218;
trinks aus und machs nit lang!
590;
hilf mir den wein austrinken!
693;
und war sein lust sauber auszutrinken. Garg. 43ᵇ;
dis gläslein weins das gilt dir halb,
trinks gar aus du mein liebes kalb.
er satzt das gläslin an den mund,
er tranks wol aus bis an den grund.
89ᵃ;
trinkts gar aus!
91ᵇ;
da hub er an zu trinken
den becher halber aus.
93ᵃ;
Martialis gefallt unser genaden, der trank soviel hochbecher aus, als viel seiner bulschaft nam buchstaben innhielt. 91ᵇ; ich tranks etwan gar aus, jetz lass ich nichts drinnen. 101ᵃ;
drauf trink ich den becher aus.
Fleming 47;
sie bemerkten, dasz ich mein glas etwas langsamer austrunk als sie. Rabener 4, 67; ich habe gegraben und ausgetrunken die frembden wasser. 2 kön. 19, 24; die hefen des daumelkelchs hast du ausgetrunken. Es. 51, 17; denn der kelch deiner schwester Samaria ist ein kelch des jamers und trawrens, denselben mustu rein austrinken. Ez. 23, 34; was ist es anders als menschenschicksal, sein masz auszuleiden, seinen becher auszutrinken. Göthe 16, 132; trink aus, dasz wir fortkommen! 42, 3; der eilfer solle köstlich gewesen sein, davon sich jedoch kein beweis führen lasse, weil er schon ausgetrunken sei. 43, 272;
und doch hat jemand einen braunen saft
in jener nacht nicht ausgetrunken.
12, 81.
vgl. ausneigen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1853), Bd. I (1854), Sp. 1004, Z. 55.

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Zitationshilfe
„austrinken“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/austrinken>, abgerufen am 08.05.2021.

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