Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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auswärts, m.

auswärts, m.
ver, printemps, primavera, gleichsam das auswartende, ausschauende jahr. man sagt: das jahr geht auswärts, gegen den sommer, wie geht einwärts, gegen den winter, der auswärts das frühjahr, der einwärts der herbst. Schmeller 1, 117. 4, 161. in Marburger acten von 1658: nechst abgewichenen auswarts = frühlings; von auswert an bis Christag. Vilmar in der hess. zeitschr. 4, 52, wonach in Hessen auch der ähnliche ausdruck die ausfart vorkommt. östr. im auswerts (frühling) die felder anbauen. Höfer 1, 51; bair. also mag ein embsiger hauswirt seine traider im herbst, winter und auswärts oft besichtigen. Hohberg 2, 49ᵃ; im auswärts um ostern. 2, 61ᵇ; des hopfens frühe schöszlinge im auswärts. 2, 66ᵃ; die hengstlein (von den eseln) rasen und wüten im frühling dermaszen, dasz übel mit ihnen auszukommen, sonderlich wann sie im auswärts gute weide finden. 2, 177ᵃ; es ist besser, wann man sowol im früling als im herbst erstlich eines mit dem andern (grünes mit dürrem futter) nach und nach vermischet, und immerdar im auswärts des dürren und gegen den winter des grünen weniger gibt. 2, 266ᵃ; im auswärts um liechtmessen oder in der fasten. 2, 480ᵃ; im auswärts gegen dem merzen und april. 2, 506ᵃ. in der Schweiz scheint das wort ungebräuchlich, aber aus Baiern und Steier mag es sich nach Kärnten erstreckt haben, wo man ein slovenisches vigred (von vi aus und gresti gehen, gredem ich gehe) bildete. Jarnik slov. etymol. 225ᵇ. Murko slov. wb. 707, ausgang = frühling. die übrigen Slaven haben das wort nicht. auch unser frühling scheint vom adv. frühe abzustammen. vgl. austag und der marschall Vorwärts.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1853), Bd. I (1854), Sp. 1011, Z. 7.

auswärts, adj.

auswärts, adj.
extrorsum vergens: die vertrockneten schoten des lathyrus furens, nach vollkommen abgeschlossener reife der frucht, springen auf und rollen sich jede nach auswärtser richtung streng zusammen. Göthe 55, 125. dies kühngewagte adj. rechtfertigt sich durch das folgende verbreitetere substantivum.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1853), Bd. I (1854), Sp. 1011, Z. 1.

auswärts, adv.

auswärts, adv.
foris, foras, extra, ahd. ûʒwertes: er ist ein bürger, wohnt aber auswärts; er wohnt hier im hause, iszt aber auswärts; er hat auswärts (auszer lands) sein glück gesucht; der vorrath des verstandes, weil wir ihn nicht auswärts suchen dürfen, kann uns nicht verborgen bleiben. Kant 2, 54; diese feine lebensart bestand aber darin, dasz er sich um nichts bekümmerte, sondern auswärts that, als sitz er warm zu hause. J. Paul flegelj. 1, 151; man gieng schon von auswärts die hiesige universität an. Heyne an Joh. Müller 141; von auswärts ist die nachricht eingetroffen. auswärts gehen, ponere pedes obliquos:
ihr könnt vortreflich auswärts gehn.
Gellert 1, 163;
die füsze setzte er so auswärts. Weise erzn. 54; das futter auswärts wenden; das best soll man auswärts wenden. Lehmann 100; das neugeprägte silber geht gleich auswärts, nach auswärts.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1853), Bd. I (1854), Sp. 1010, Z. 67.

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Zitationshilfe
„auswärts“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/ausw%C3%A4rts>, abgerufen am 14.07.2020.

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