Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

auswachsen

auswachsen,
excrescere, nnl. uitwassen, in verschiedner meinung,
1)
zur rechten grösze erwachsen: der mensch, das thier, der baum ist ausgewachsen, hat ausgewachsen.
2)
aussprieszen, hervorwachsen: unten an der wurzeln wachsen neue triebe aus; gras wächst allenthalben aus an den pflastersteinen; ranken und gesträuch ist an der seule ausgewachsen; das getraide wächst im nassen wetter aus, keimt; die kartoffeln sind im keller ausgewachsen, ausgeschlagen. das ist zum auswachsen = aus der haut zu fahren; ich bin fast ausgewachsen vor langerweile, ungeduld.
3)
auswachsen, zuwachsen, verwachsen: die wunde, narbe wächst wieder aus;
lagern wir uns im schatten der alten familienbuche,
die vorlängst uns bekennt mit schon auswachsenden namen.
Voss Luise 1, 250;
und ach, nun seh ich, dasz ein tiefer, früher schade nicht wieder auswachsen, sich nicht wieder herstellen kann. Göthe 18, 132.
4)
auswachsen, verwachsen, zur entstellung: sie hat einen etwas ausgewachsenen rücken. Leipz. avant. 1, 201; er ist ganz ausgewachsen, buckelicht; man behauptet, dasz dergleichen ausgewachsene sich durch list auszeichnen. Hippel 8, 9.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1853), Bd. I (1854), Sp. 1007, Z. 59.

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Zitationshilfe
„auswachsen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/auswachsen>, abgerufen am 06.05.2021.

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