auswandern
Fundstelle: Lfg. 5 (1853), Bd. I (1854), Sp. 1008, Z. 57
emigrare, die heimat verlassen und in die fremde ziehen, mhd. ûʒwandern. pass. K. 454, 28; in einer urk. von 1141 bei Lacomblet 1 nᵒ 344 heiszt es z. b. quod tanta sepe violentia comprimerentur, ut nonnulli vacuas, quas tenebant, possessiunculas relinquentes patriis e sedibus migrare disponerent;
der könig musz in die verbannung gehn,
der sohn auswandern aus des vaters hause.
Schiller;
glücklich sind die schlafen, und die
sind beglückter, die wandern aus.
die da wachen und bleiben hie,
klagen in frost und wintergraus.
Rückert 632.
figürlich, ob er (der sieche) schon da ligt mag dannoch das gemüt stehen, himel, erde und meere überlaufen und auswandern. Petr. 183ᵃ; wie schon Gorgonen und misgestalten nicht aus dem reiche der mahlerei in das gebiet der bildhauerkunst auswandern dürfen. J. Paul jubels. 58; stellen, die aus dem neuen gesangbuch auswandern musten. biogr. bel. 1, 138.
Zitationshilfe
„auswandern“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/auswandern>, abgerufen am 23.02.2019.

Weitere Informationen …