Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

auswaschen

auswaschen,
eluere, nnl. uitwasschen,
1)
das zeug musz in kaltem wasser ausgewaschen werden;
die wunde auswaschen;
ein gefäsz auswaschen;
schmutz, flecken auswaschen;
die den brandflecken ihrer ehre in meiner schande auswaschen würde.
Schiller 187;
alte freunde und bekannte habe ich auch wieder gesehen, so wie einige vorzügliche kunstwerke, die mir die augen wieder ausgewaschen haben.
Göthe an Schiller 258;
er ist in meiner erinnerung ganz ausgewaschen;
das wasser hat an dieser stelle das ufer ausgewaschen;
höhlungen, welche die flut in dem ersten dieser hügel ausgewaschen.
Humboldt ans. der nat. 1, 269;
dasz wir sie, wie ein flusz am ufer sand und erden
schier ohn empfindlichkeit, im grunde waschen aus.
Lohenstein Arm. 19.
2)
effutire, divulgare, ausplaudern: die sache ist schon ausgewaschen;
auf das es mög verschwiegen bleiben
bei mägd und knechten in dem haus,
die alle ding sonst waschen aus.
H. Sachs II. 1, 40ᵃ;
lasz mir das messer und die taschen,
man wird mich sonst genug auswaschen,
ich musz mich schemen vor allen mannen.
II. 4, 28ᵈ;
du wäschest nimmer aus, wann einer was verbrochen.
Opitz 2, 437;
plaudern, auswaschen und rühmen. hebamme 59.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1853), Bd. I (1854), Sp. 1011, Z. 35.

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Zitationshilfe
„auswaschen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/auswaschen>, abgerufen am 18.06.2021.

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