Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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auswenden

auswenden,
adhibere, erogare: was aber werhaftiger stücke, sollen verwart und also fürder nach ermessunge der zehen vorsteher für die armen ausgewandt werden. Luther 2, 264ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1853), Bd. I (1854), Sp. 1014, Z. 57.

auswinden

auswinden,
extorquere, ahd. ûʒ wintan (Graff 1, 753),
1)
die wäsche ausringen:
es solt ein medlein waschen gan,
ir hemdlen weisz, ir euglin klar,
sie hört ein reuter singen;
sie winket mit ir schneeweiszen hand
dasz er ir hülf auswinden.
Uhland 252;
das eichenlaub umb den hals zu bauchen, zu pläuweln, zu schlegeln, zu reiben, auszuwinden. Garg. 113ᵃ; sie weinet, dasz ein thräne die ander rührte, und von denselbigen hatte sie ihr fazinet durch stätigs abwischen dermaszen angefüllt, dasz man es auswinden mögen. Simpl. 2, 365; 'ich bin zum auswinden nasz' wer aus starkem regen kommt.
2)
ergata levare, mit der winde heben: ein thor auflaufe, so dörft ers nicht ausheben, wie Samson die statthor zu Gaza, noch auswinden, wie Grumbach die zu Würzburg. Garg. 177ᵇ; der wagen versank im schlamm so tief, dasz er ausgewunden werden muste.
3)
aus der hand drehen, entwinden: einem den stock aus der hand auswinden; den degen auswinden, aus der hand schlagen;
dem noch kein stärkerer die palmen ausgewunden.
Günther.
4)
sich aus der achse drehen: so wanne ein gemeinder frönen und pflogen soll, und er an seim pfloge ein lauen verloren hette und das pflograt sich auswinnen mochte, soll alsdan der arme man ein rockenbrot, so grosz dasz man ein loch dardurch machen kund, nehmen, und das in das rat in die achse stechen und alsdan ferner frönen, arbeiten und plogen. und so sich nu das brot in dem ploge verzerret und damit abgeetzt mocht werden und das rat sich auswinne, dan sol der arme man uszfaren und damit den tag sein fron getan haben. weisth. 2, 262.
5)
abstract, einem ein geständnis auswinden; aller klagen begehr ich euch nicht auszuwinden. Opitz 2, 294;
ihr solt nun stracks empfinden,
der princessin den kummer umb etwas auszuwinden.
Arg. 2, 394;
dasz bosheit sich der straf umbsonst müht auszuwinden.
Lohenst. Epich. 120, 504.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1853), Bd. I (1854), Sp. 1018, Z. 24.

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Zitationshilfe
„auswinden“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/auswinden>, abgerufen am 16.06.2021.

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