Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

auswischen

auswischen,
abstergere, nnl. uitwisschen,
1)
die augen auswischen, lacrimas extergere; sich die augen auswischen, trocknen. der arme mann im Tockenb. 299; einem andern die augen auswischen, ihn tüchtig zahlen lassen; meine augen sind selbst gut ausgewischt. Göthe in Böttigers lit. zust. 2, 148; die ohren auswischen; das schlüsselloch, die kanone. einen auswischen, ihm den kopf waschen.
2)
die schüssel, das gefäsz auswischen; die brühe mit brot auswischen, aufwischen; die schuhe auswischen, beim eintritt ins haus:
auswischens solt dich nicht befleiszen.
Scheit grob. B 2;
was soltus ietzund wischen aus?
bald gestu wider aus dem haus.
D 4.
3)
einem eine ohrfeige, oder auch blosz eine, eius auswischen, einen ausschmieren, ihm ein denkzeichen anhängen.
4)
geschriebenes, gezeichnetes mit brot, gummi, schwamm auswischen, auslöschen. flecken auswischen. hellbemahlte urne längst ausgewischter tage. J. Paul Tit. 1, 78.
5)
auswischen hiesz sonst heimlich entwenden. Alberus setzt: furor, suffuror, furtum facio, subvolo, subduco, subtraho, surripio, ich steel, entwend, entfür, wüsch aus;
und hat kein gelt, so tuͦt er bsen,
wo er was mög ertapen, erfischen,
stelen, finden und sonst auswischen.
Thurneisser archidoxa 38.
6)
intransitiv, elabi: wir sind ölig, glatt und hell wie die äl, truckt mans, so wischts aus, schlieszt mans, so glitschts aus. Garg. 204ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1853), Bd. I (1854), Sp. 1019, Z. 49.

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Zitationshilfe
„auswischen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/auswischen>, abgerufen am 07.05.2021.

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