Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

auszieren

auszieren,
exornare: es ist schändlich, dasz ein könig sich mit kleidern ausziehre, wann das gemeine volk in armut sitzet. pers. baumg. 1, 12; wie wenn er dir mit dem schwerd den kopf vor die füsze legte? es gilt mir eben gleich, ob mein kopf mit einer krone oder mit einem beile ausgeziehret wird. 3, 3; eines mannes haupt musz voll gehirn und verstand sein und nicht ausgeziehret mit einem tulband voller edelgesteine. 4, 5; aus was ursache solte ich mich dann bemühen, disz haus höher aufzuführen oder auszuziehren? 6, 12; ausgezierte kleider. Schuppius 524;
die wissenschaft ein lob recht auszuzieren
Hagedorn 1, 60;
ein glückwünschungsschreiben ist eine abhandlung, worinnen alle wörter mit allen nur ersinnlichen anmerkungen ausgeziert sind. Rabener 1, 153; jedem war erlaubt, sie (die narrenmaske) an seinem tage charakteristisch auszuzieren. Göthe 19, 117; ihr geist war fein und treffend, ihr gedächtnis so wol ausgeziert und ihr gemüt so schön. 21, 82; die ehre seine abhandlung mit dero namen auszuzieren Kant 8, 5.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1853), Bd. I (1854), Sp. 1040, Z. 78.

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Zitationshilfe
„auszieren“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/auszieren>, abgerufen am 08.05.2021.

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