Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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batze, batz, m.

batze, batz, m.
numus ursi typum gerens, ursatus sestertius, mlat. bacio, bacius, bacenus (Ducange 1, 528ᵃ), eine geringe zu Bern geprägte, vier kreuzer werthe münze, die sich seit dem 15. 16 jh. im südlichen Deutschland allgemein verbreitete und auch in andern gebieten, ohne dasz der Berner bär darauf abgebildet war, gleichen namen behielt. auf dieselbe weise entsprang der name florenus von der blume, die dem florentinischen gulden, oder kreuzer von dem kreuz, das dieser kleinen münze eingeprägt war, und behauptete sich auch, wenn das zeichen wegfiel oder mit einem andern vertauscht wurde. diese herleitung des batzens ist der vom it. pezzo oder franz. pièce schon deshalb vorzuziehen, weil dann auch wol allgemein goldbatze für goldstück, pièce d'or gesagt worden wäre, wie nie geschieht, auch heiszt den Schweizern gerade das silberstückchen von fünf sols bieszli (Stalder 1, 170), niemals bätzli. doch s. das folgende batze. Wann das wort zuerst erscheint, ist noch unermittelt, es mag gegen den ausgang des 15 jh. der fall sein, in dessen mitte die rechnungsbücher Conrads von Weinsberg oder Otto Rulands nie von batzen reden, auch nicht des abtes Ulrich von sanct Gallen um 1490 (Zellweger nᵒ 523). Frisch 1, 74 und Schmeller 1, 227 häufen beispiele aus dem 16 jh. Mathesius 165ᵃ sagt: batz ist hernach ein gemeiner name worden aller der groschen, die auf vier kreuzer, wie die halben alten zehner geschlagen; so weit als nach gulden und kreuzern gerechnet wurde, verbreitete sich auch die benennung des batzens und des dreibätzners, sechsbätzners für gröszere münze. statt zwei kreuzer sagt das volk lieber einen halben batzen, statt vier kreuzer immer einen batzen, ja das wort ist allmälich ein ausdruck für geld überhaupt geworden, es heiszt nicht das kostet kreuzer oder gulden, sondern das kostet batzen; nicht der hat gulden, sondern der hat batzen, ist ein reicher mann, was freilich wieder für jenen auch in pièce und pezzo liegenden allgemeinen sinn sprechen könnte. seine batzen zusammen halten. Simpl. 2, 44; wäre sie arm, so könte ich ja wol denken, dasz sie nur meine bare batzen genommen. ebenda; wenn danken ein batzen kostet, so behielts mancher in seinem säckel. Lehmann 133; ein böser batze, der seinen herrn nicht lösen will. Simrock 549; seine batzen zählen, sein geld zählen. Gotter 1, 158; halbbatzen daher machen, albernes zeug schwätzen. Schmeller 1, 228;
darzu hab ich ein specerei,
die gilt ein batzen oder drei.
Alberus 197;
und geb frü einem gelt dazu,
nemlich ein patzen oder drei.
H. Sachs II. 4, 3ᶜ;
da der zahlpfennig jetzt ein gulden, ein album oder batzen, jetzt ein pfenning heller bedeutet. Kirchhof wendunm. 47ᵃ; kundschaft zu verhören, von jedem zeugen 2 batzen. mil. disc. 258; Königsteiner batzen und Salzburger gröschlin. Garg. 120ᵇ; wenn das glück gar wol will, fallen etwan ein thaler batzen von den reichen, als wie durchs schneiders scheer uns zu. Schuppius 548; den schülern zehn batzen, den witfrauen ein gulden. 750; acht batzen von der winkelsteuer. Jucundiss. 192; sie ihm ein paar batzen schenkten. wegkürzer 26; o ho, drei batzen für meinen eintritt. Fr. Müller 2, 122;
alle diese dinge wären keinen halben batzen wert.
Platen 250.
In der bairischen kindersprache heiszt jedes geldstück, zumal ein als schmuck angehängtes batze, batzel, aber auch anderwärts war batze ein angehänge der frauen von gold, silber und edelgestein, so wie der rosse:
ein schönes rosz,
jung, weilig, freidig, stark und grosz,
behangen mit sättel und baum,
mit batzen, das mans sehen kaum.
Waldis 2, 78,
mit glänzenden metallplatten oder blechen. die zinngieszer nennen grosze, abgedrechselte zinnstücke, wonach die formen gemacht werden, batzen, was doch wieder vom folgenden wort abgeleitet werden könnte.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1853), Bd. I (1854), Sp. 1159, Z. 23.

batze, m.

batze, m.
massa, gleba, klumpe, was aus dem weichen erhärtet, geronnen ist und zusammen klebt, ohne zweifel von backen 2 herzuleiten, wie gutzen von gucken, gatzern von gackern u. s. w. man sagt mehlbatze, leimbatze, eiterbatze, rotzbatze, speibatze, augenbatze (was augenbutter, augenkäse) und nennt die klebrige, aus zerquetschten thieren oder pflanzen vortretende materie batz: ich drücke dich, dasz dir der batz ausgeht; er hat den wurm getreten, dasz ihm der batz herausgegangen ist; er friszt, dasz ihm der batz abrinnt; die birne ist teig, ich habe sie zu einem batz zerdrückt (Schmeller 1, 228). jungfraw mon bringet so schöne, kalte wetterlinge, unfläter, grindbatzen. Fischart groszm. 94; ja von solchen dreckbatzen, kruckäntlein, kotäntlein, muckenscheiszerlein, hafenguckerlein. Garg. 40ᵇ; der naturlich mensch, der in der schrift ein verderbter batz wird genent. Frank baum des wissens 125; weisz fast wol, dasz wir alle gleich Adams kinder seind ein verderbter batz, ja all wol wasser an einer stangen tragen. weltb. vorr. a 4ᵇ; wir seind all ein verderbter batz ausz Adam, die nichts dann die hell verdienen, ausz demselben verfluͦchten kotbatzen seind ausz genaden etlich geschirr zuͦ ehren gemacht. guldin arch 210ᵃ; gott wird all menschen auf ein haufen durch sein wort nicht desto weniger, wie sie sind, ein verderbten batzen, vasz des zorns, thorecht und gotlos nennen. paradoxa 37ᵇ; dann was ist das fleisch, dann ein pfütz, instrument, häfel und patz der sünd? 66ᵇ. in den hohen öfen heiszt ein stück lehm oder leim zum verkleben des lochs im tümpel der batze. batze, dreckbatze eine schelte der vornehmen gegen handwerksgesellen, sonst broz, handwerksbroz. Man könnte nun auch vermuten, dasz die kleine am finger klebende münze, weil aus heiszem silber gebacken, batze genannt worden sei, und vielleicht verdient diese herleitung den vorzug vor der andern aus dem Berner bären.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1853), Bd. I (1854), Sp. 1160, Z. 15.

bätze, f.

bätze, f.
canicula, betze, petze, hündin, altn. bikkja, ags. bicce, engl. bitch, wozu man das sl. p's'' canis, poln. pies und die in der gesch. deutsch. spr. s. 38. 39 angeführten weitgreifenden verwandtschaften halte.
wer solche thierchen fängt, der fängt beläuftge bätzen.
Wiedemann april 1. 22.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1853), Bd. I (1854), Sp. 1160, Z. 47.

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Zitationshilfe
„bätze“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/b%C3%A4tze>, abgerufen am 19.10.2021.

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