Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

bäuerisch

bäuerisch,
rusticus, sowol ländlich als roh, ungesittet, zuweilen, wie früher, noch ohne umlaut baurisch, mhd.
nâch gebûrischen siten.
Haupt 6, 489;
nhd. paurisch kleidung.
fastn. sp. 1292;
man sagte auch die baurischen, rusticani für bauern, rustici, z. b. ich hab aber noch ein buchlin D. Martini bei mir, das ist etliche jare fur der bawrischen ufrhur ausgangen. Alberus wider Witzel A 8ᵃ, wo bawrischen gen. pl. ist, da Alberus aufrur als m. hat. bäurisch, grob, ungeschickt:
grob, beurisch und unhöflich art
Scheit grob. a 1ᵃ;
gegen diser künstlichen resolvirung Ptolemei ists gewislich ein pewrische resolvirung. Mich. Stifels cosz. 1554 bl. 112; so bäurisch quartiert von leib war er. Garg. 19ᵇ; der ist ein bauwer, der bäwrische sitten hat. Lehmann 154;
was nützlich ofters ist, ist allemal nicht ehrlich,
was bäurisch etwa nützt, nützt allemal nicht herrlich.
Logau 1, 8, 100;
beim rauhen klang der bäurischen schalmeien.
Cronegk;
bäurisches wesen, ungeschliffenheit; bäurisches benehmen; bäurische tracht; er geht ganz bäurisch (in bauernkleidung); auch roh im sinne von ungeschmückt, einfach: als in der bekannten fast bäuerischen oberstube die schöne witwe ihm entgegentrat. Göthe 22, 116; bäuerisch treues blut. 56, 42.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1853), Bd. I (1854), Sp. 1178, Z. 69.

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Zitationshilfe
„bäuerisch“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/b%C3%A4uerisch>, abgerufen am 03.12.2021.

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