Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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bäumen

bäumen,
tollere se arrectum, wovon schon sp. 618. 619 unter aufbäumen. gewöhnlich sich bäumen, doch steht auch intransitiv ohne sich: der lux bäumt, d. i. steiget auf die hohen hölzer. Sebiz 569; der lux baumet, so er vom hund auf einen baum gejaget wird. Döbel 1, 34ᵇ; das haselhuhn fällt zu baum, baumet. 1, 50ᵇ; der marder baumt von einem baume zum andern; das pferd baumt oder bäumt, hebt die vorderfüsze; beumete und legte er sich auch wider den könig auf. Luthers tischr. 418ᵇ; sie beumen und blasen sich uf als die ötter. Luther vom baum 114;
wie hoch sich der teufel aufgepaumt.
Schmelzl Saul 3ᵃ;
sie krümbten, paumpten aber sich
so frei, als werens lebendig.
lobspr. 79;
noch wilde kriegsgefahr,
wie grosz sie immer auch zu jener zeit schon war,
die täglich höher bäumt. der burgersmann erzehlet,
wie auf der strasze dich der landsknecht auszgeschelet.
Tscherning 210;
es (der bär) bäumt den schweren leib, es setzt die vordertatzen
an rind und ästen ein, so schnell als scheue katzen.
Lessing 1, 124;
die schönsten der rosse springen und bäumen und wiehern
bei den ziehenden her.
Klopstock 10, 249;
sie bäumt mit hundertklauigen armen
dem sturm entgegen und steht!;
hoch bäumte sich, wild schnob der rapp.
Bürger;
fängt es (das pferd) an
sich brav zu baumen.
Gökingk 1, 104;
der meister jeder kunst fühlt tief, begehret heisz,
fragt nichts nach lauf der welt, sieht nur auf sich, und weisz,
dasz, wenn beim schatten selbst des jochs er sioh nicht bäumte,
pedanterei und neid ihn bald zum lastthier zäumte.
Gotter 1, 197;
den wilden kenn ich, weisz, dasz huld ihn nur erbittert,
dasz er vom joche wund, noch ungestüm sich bäumt
dem ungeheuer gleich, das an der kette schäumt.
2, 324;
seine silberhaare bäumen sich.
Schiller 1ᵇ;
stolz, wie die rosse sich sträuben und schäumen,
werfen im sturme die mähnen umher,
königlich wider den zügel sich bäumen.
ebenda;
spring an mir auf, wurm! krame vor mir deine gräszlichen knoten aus, bäume deine wirbel zum himmel. 211ᵇ; die schlange war es, die sich jeden mittag über den flusz hinüber bäumte und in gestalt einer kühnen brücke da stand. Göthe 15, 229; entsprang eine starke sich viele fusz in die höhe bäumende springwelle. 30, 297; der wurm kriecht wol, ich auch, aber wir bäumen uns, wenn man uns auf den schwanz tritt. 36, 64;
da erhub der esel den schwanz und bäumte sich springend
über den herrn, und schrie und sang und plärrte gewaltig.
40, 174;
er bäumet den speer.
Fr. Müller 2, 382;
der bäumet sich wild und erhitzt.
2, 379;
das meer daneben bäumet
als ein unbändig ros
zum kampfe sich und schäumet
auf erd und himmel los.
Rückert 53;
die ganze sich hier bäumende, dort sich bückende, hier leuchtende, dort schattende landschaft. J. Paul Hesp. 3, 206. Man sagt auch ein fuder heu, stroh bäumen, mit einem aufgelegten heubaum fest laden:
ein wagen heu, den Veltens hand
zu hoch gebäumt und schlecht bespannt,
konnt endlich von den matten pferden
nicht weiter fortgezogen werden.
Gellert 1, 85;
die weber bäumen, wenn sie die webekette auf den baum ziehen, s.aufbäumen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1853), Bd. I (1854), Sp. 1190, Z. 72.

bäumen

bäumen,
arboreus, ligneus, ahd. poumîn, mhd. boumîn, alts. bômîn, heute nicht mehr einfach gebraucht, nur in den zusammensetzungen apfelbäumen, birnbäumen, kirschbäumen, nuszbäumen, ölbäumen, pflaumbäumen: reichte dem könige seine ölbäumene keule. Lohenst. Arm. 2, 861; in einem von ölbäumenem holze gemachten kästlein. 2, 882. dies adj. ist in einzelnen ortsnamen enthalten, z. b. dem bekannten Bomeneburg, entstellt Boineburg.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1853), Bd. I (1854), Sp. 1191, Z. 60.

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Zitationshilfe
„bäumen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/b%C3%A4umen>, abgerufen am 01.06.2020.

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