Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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bausch

bausch, pl.
mhd. bûsch, pl. biusche (Brn. 1, 285ᵇ) tumor, wulst, geschwulst.
1)
schwellender schlag, beule, ictus, mhd.
Rîchart von Engellanden
sluoc im dâ starke biusche.
turnei von N. 151;
daʒ ir dem kinde hât gegeben
als ungevüege biusche.
Otto bart 137.
2)
wulst des sattels, torus, sinus sellae:
daʒ ich im von dem satel dan
reit bûsch und ouch den stegereif.
frauend. 270, 17.
noch heute nennen die sattler solche erhöhungen bäusche, vgl. baner des sattels sp. 1117.
3)
ausgestopfter wulst, den kinder beim gehenlernen tragen, umbella, fallhut, hauptring von tuch oder stroh, den frauen, wenn sie körbe tragen, aufs haupt legen, cesticillus; überhaupt ein weich und nachgibig gestopftes kissen: wann er auf den ars ful, so schads im nichts am kopf, das macht die kinderpauschen waren wol gestopft. Garg. 120ᵇ. heute in Schwaben bausch und baust. Schmid 51. bausch machen, falten werfen.
4)
zusammengelegte leinwand auf wunden oder gelenke, compresse, penicillus: bausch oder beuschle, das die wundarzet oben auf das zügli legend, wenn sie einen verbindend, splenium. Maaler 51ᵈ; langlechter bausch den man überlegt. Henisch 224; lasse solche fasen auf der wunden ligen, lege einen dicken leininen bausch darüber und binde die wunde wol zu. Würtz practica 89. 117; durch erfahrung nicht so viel lernen, wie man einen bausch binden oder ein gebund machen solle. gespenst 116.
5)
bausch, schopf, dolde des baums und der blume, umbella: baum mit rundem bausch, arbor in orbem comata; bausch, krone des gewächses. Henisch 224; bausch blumen, umbella florum. Steinbach 1, 79. vgl. busch, büschel.
6)
gebund stroh, corona facta convoluto stramine, drei bäusche stroh. ein bausch stroh, auf dem Westerwald, in der Wetterau eine schütte, ein gebund stroh.
7)
bei grenzen heiszt bausch die auswärts, boge die einwärts gehende fläche, bausch das schwellende, boge das einbiegende, daher die redensart in bausch und bogen, eins gegen das andere, im ganzen, in folle genommen; etwas in bausch und bogen kaufen, aversione emere, so dasz was auf der einen seite abgeht die andere wieder einbringt (nd. im rämter, im ramp, im rummel, im rumpslump, in der ruse kopen): diese unvollkommenheit besteht darin, dasz die menschliche gerechtigkeit, wenn strafen und belohnungen colludieren, nicht anders als durch die wenigere bestrafung belohnen und durch die wenigere belohnung bestrafen kann, mit einem worte, dasz sie in dergleichen fällen, wie der ausdruck ist, in bausch und bogen bestrafen und belohnen musz. Lessing 9, 172; handelten darüber im bausch und bogen. Möser 1, 389;
nehmt nur mein leben hin, in bausch
und bogen wie ichs führe,
andre verschlafen ihren rausch,
meiner steht auf dem papiere.
Göthe 4, 330;
weil man alles nur zu gunsten der newtonischen lehre in bausch und bogen genommen hat. 54, 46;
zusammen läszt sich mancher drängen,
ihn aber steckt man gern in bausch und bogen ein.
Platen 61.
8)
bausch, gleich dem vorausgehenden baus, compotatio, crapula: wohin denn nun mit so manchem vollsauf, welcher also im dicksten rausch und bausch den geist aufgibet. Simpl. 1, 102. s. bauschen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1853), Bd. I (1854), Sp. 1198, Z. 25.

bausch

bausch, pl.
mhd. bûsch, pl. biusche (Brn. 1, 285ᵇ) tumor, wulst, geschwulst.
1)
schwellender schlag, beule, ictus, mhd.
Rîchart von Engellanden
sluoc im dâ starke biusche.
turnei von N. 151;
daʒ ir dem kinde hât gegeben
als ungevüege biusche.
Otto bart 137.
2)
wulst des sattels, torus, sinus sellae:
daʒ ich im von dem satel dan
reit bûsch und ouch den stegereif.
frauend. 270, 17.
noch heute nennen die sattler solche erhöhungen bäusche, vgl. baner des sattels sp. 1117.
3)
ausgestopfter wulst, den kinder beim gehenlernen tragen, umbella, fallhut, hauptring von tuch oder stroh, den frauen, wenn sie körbe tragen, aufs haupt legen, cesticillus; überhaupt ein weich und nachgibig gestopftes kissen: wann er auf den ars ful, so schads im nichts am kopf, das macht die kinderpauschen waren wol gestopft. Garg. 120ᵇ. heute in Schwaben bausch und baust. Schmid 51. bausch machen, falten werfen.
4)
zusammengelegte leinwand auf wunden oder gelenke, compresse, penicillus: bausch oder beuschle, das die wundarzet oben auf das zügli legend, wenn sie einen verbindend, splenium. Maaler 51ᵈ; langlechter bausch den man überlegt. Henisch 224; lasse solche fasen auf der wunden ligen, lege einen dicken leininen bausch darüber und binde die wunde wol zu. Würtz practica 89. 117; durch erfahrung nicht so viel lernen, wie man einen bausch binden oder ein gebund machen solle. gespenst 116.
5)
bausch, schopf, dolde des baums und der blume, umbella: baum mit rundem bausch, arbor in orbem comata; bausch, krone des gewächses. Henisch 224; bausch blumen, umbella florum. Steinbach 1, 79. vgl. busch, büschel.
6)
gebund stroh, corona facta convoluto stramine, drei bäusche stroh. ein bausch stroh, auf dem Westerwald, in der Wetterau eine schütte, ein gebund stroh.
7)
bei grenzen heiszt bausch die auswärts, boge die einwärts gehende fläche, bausch das schwellende, boge das einbiegende, daher die redensart in bausch und bogen, eins gegen das andere, im ganzen, in folle genommen; etwas in bausch und bogen kaufen, aversione emere, so dasz was auf der einen seite abgeht die andere wieder einbringt (nd. im rämter, im ramp, im rummel, im rumpslump, in der ruse kopen): diese unvollkommenheit besteht darin, dasz die menschliche gerechtigkeit, wenn strafen und belohnungen colludieren, nicht anders als durch die wenigere bestrafung belohnen und durch die wenigere belohnung bestrafen kann, mit einem worte, dasz sie in dergleichen fällen, wie der ausdruck ist, in bausch und bogen bestrafen und belohnen musz. Lessing 9, 172; handelten darüber im bausch und bogen. Möser 1, 389;
nehmt nur mein leben hin, in bausch
und bogen wie ichs führe,
andre verschlafen ihren rausch,
meiner steht auf dem papiere.
Göthe 4, 330;
weil man alles nur zu gunsten der newtonischen lehre in bausch und bogen genommen hat. 54, 46;
zusammen läszt sich mancher drängen,
ihn aber steckt man gern in bausch und bogen ein.
Platen 61.
8)
bausch, gleich dem vorausgehenden baus, compotatio, crapula: wohin denn nun mit so manchem vollsauf, welcher also im dicksten rausch und bausch den geist aufgibet. Simpl. 1, 102. s. bauschen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1853), Bd. I (1854), Sp. 1198, Z. 25.

bausche, m.

bausche, m.
was bausch, die schwache form statt der starken: ein bauschen stroh. fama fratrum (der rosenkreuzer) 101, heute in Schwaben, am Rhein ein bosen; pauschen an den ermelin. Garg. 136ᵇ; kinderpauschen (s. bausch 3). in Baiern ist der bauschen ein reiserbündel. Schmeller 1, 213.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1853), Bd. I (1854), Sp. 1199, Z. 11.

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Zitationshilfe
„bäusche“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/b%C3%A4usche>, abgerufen am 23.01.2022.

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