Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

böhmisch

böhmisch,
bohemicus. man sagt, sich mit einem böhmischen kamm kämmen: folgends strält er sich mit eim bömischen sträl, der war vier finger und der daumen. Garg. 160ᵃ. das sind mir böhmische dörfer, fremde, deren sprache ich nicht verstehe, unbekannte dinge: red, das ich verstehe, ich kan nit böhmisch. Henisch 448;
ich sagt ihm das bei meinen ehren,
mir das behmische dörfer weren.
froschm. I. 2, 15;
es waren mir nur böhmische dörfer und alles ein ganz unverständliche sprache. Simpl. 1, 24; das waren mir alls böhmische dörfer. Pierot 4, 304; ich wollte doch auch gern diejenigen, denen freundschaft, pflichten, glückseligkeit der freundschaft böhmische dörfer sind, man verzeihe mir diesen gemeinen ausdruck, weil er der sache angemessen ist, auf die vermutung bringen, dasz es vielleicht einigermaszen möglich sei, dasz diese wörter etwas bedeuten könnten. Klopstock 11, 239. im buch von guter speise cap. 63 stehen heidenische erweiʒ und behemmische gleich, was auf einer verwechslung mit pohansky gentilis, paganus beruht. böhmische steine, böhmisches glas:
wo sie blitzen stral an stral,
wird des neides augenqual,
ob sie aus Golkonda waren,
sie für böhmisch glas erklären.
Rückert 391.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1854), Bd. II (1860), Sp. 224, Z. 34.

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Zitationshilfe
„böhmisch“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/b%C3%B6hmisch>, abgerufen am 19.10.2021.

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