Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

bösewicht, m.

bösewicht, m.
nequam et improbus (mythol. 409. 410):
er ist ein rechter pöswicht.
fastn. sp. 438, 10;
du pist ein rechter pöswicht.
476, 1;
als wan du zuͦ einem sprichst eebrecher, dieb, mörder, schalk, böswicht, wucherer. Keisersb. s. d. m. 2ᵇ; ein mörder, ein böswicht, ein lecker, ein buͦb. 26ᵃ; sprichst du diep, du schalk, du böswicht, das ist todsünd. 44ᵃ; du ungehorsamer bösewicht! 1 Sam. 20, 30; der bösewicht Jason. 2 Macc. 4, 19; und der bösewicht hub an und betet zu dem herrn. 9, 13; ergreifet den schild des glaubens, mit welchem ir ausleschen könt alle feurige pfeile des bösewichts (goth. andnimandans skildu galaubeinais, þammei maguþ allôs arhvaznôs þis unsêljins funiskôs afhvapjan). Eph. 6, 16; denn ir habt den bösewicht überwunden. 1 Joh. 2, 13; für ein schalk und böswicht und sternengucker abgesetzt. bienenk. 219ᵃ;
wan die böswichte, welche sunst
kein recht kan uberwinden,
durch ihr selbstaigne witz, macht, kunst
sich selbs erdappet finden.
Weckherlin 33;
zu dienen einem gott, der jedem bösewicht
beineben seiner huld des himmels reich verspricht.
Gryphius 1, 502;
wer kan dann einem jeden böswicht ins herz sehen? Schuppius 143; dann ich hab erfahren, wie mancher böswicht in der welt sei. 144;
dem bösewicht wird alles schwer,
er thue was er thu.
Hölty 49;
ja er versprach dem armen pedanten als juden, minister und überhaupt als bösewichte einen entschiedenen beifall zu verschaffen. Göthe 19, 125; einer der gröszten bösewichte (oder bösewichter). es wird aber auch zärtlich damit gescholten (vgl. bosheit 5): geh nur, du bösewicht!; was willst du, bösewicht? schon Opitz 1, 72 läszt Venus zu Cupido sagen:
du kleiner bösewicht!
unter den fingern heiszt der kleine der wicht und bösewicht. in Freys gartenges. cap. 20 vom guten Lenz, der sich nackt mit gras gedeckt hatte: so ist das füllin vast hungerig, erwischt das gras und alles mit einander, beiszt damit dem armen teufel den gottsböswicht (penem) und den element allen mit dem gras am leib hinweg. allen zwergen ist der name böser wicht, böses wichtlein vorzüglich gerecht.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1854), Bd. II (1860), Sp. 256, Z. 74.

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Zitationshilfe
„bösewicht“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/b%C3%B6sewicht>, abgerufen am 25.10.2021.

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