Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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bibel, f.

bibel, f.
codex sacer, die heilige schrift, ursprünglich der pentateuch, volumen quinque librorum; aus biblia bibliorum entfaltete sich leicht ein weibliches biblia und drang in allen neueren sprachen durch: it. bibbia, sp. biblia, franz. bible, mhd. biblie, dat. biblien (myst. 171, 8), nnl. bijbel, isl. biflja, russ. und litt. biblija, poln. biblia, böhm. biblj. man vergleiche das analoge chronik, lilie, scholie, folie, praemie und erwäge den weit reichenden grammatischen bezug zwischen der flexion des f. und des pl. neutr. einige, wie Mathesius und Schuppius schreiben die biblia, an der biblia, z. b. Schuppius 830. ich lese täglich in der bibel, ein capitel aus der bibel; das ist wider die, die da nichts halten uf die bibel, das da ist die heilige geschrift. Keisersb. s. d. m. 44ᵃ; das solt ein rechter christenmensch nit thuͦn. er soll steif glauben alles das in der bibel stot. das.;
darumb so lern sie bieblen nit.
Murner schelmenz. 27ᵇ,
acc. oder ein verbum?; dem leien haben sie eine wortlose bibel an den wänden und götzen gestiftet (gemählde und bildseulen). bienenk. 15ᵃ; leset die ganze bibel durch und durch. 23ᵇ; geh, nimm die bibel, meine tochter, und lies mir die geschichte Jakobs und Josephs. Schiller 116ᵇ; ich strafe mein weib mit guten worten, sagte jener bauer, da warf er ihr die bibel an den hals. vgl. fibel.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1854), Bd. I (1854), Sp. 1805, Z. 55.

bübeln

bübeln,
scelus admittere, bubenstreiche machen, gelinder als buben, schweiz. auch büebela, wie ein knabe aussehen, sich benehmen:
und ist im leid, das er nit me
büblen kan als vor und ee.
Murner narrenb. cap. 9. s. 654;
der krieg ist schmeicheln, schmausen,
schmarotzen, bübeln, mausen.
Logau 2, 2, 97;
wer in geringen sachen bübelt, die nicht viel sondres tragen ein,
wird mehr in denen sachen vortheln, die mehr genieszlich wollen sein.
2, 4, 73;
wann im schaten kühler myrten
sie sich kamen zu bewirten,
folgte nichts als lieblich liebeln,
folgte nichts als tückisch bübeln.
3, 6, 10;
all sein (Amors) schmeichelndes bübeln,
all sein kosen und liebeln
hat noch nimmer mein herz beschnellt.
Voss 4, 73;
es war, mein seel, wol mehr halloh
mit Bathseba zu liebeln,
und ihren armen hahnrei so
zur welt hinaus zu bübeln.
Bürger 49ᵃ;
immer unrein gereimt. bei Fischart kommt vor sich verbubeln: des Diodori Siculi babilonischer bau, daran sich alle nationen haben zu narren verbubelt und gebauet. Garg. 133ᵇ. merkwürdig das schweiz. bubelen, unvorsichtig mit licht und feuer umgehen. Stalder 1, 237, was ans feuerreiben durch keusche knaben oder buben mahnt (mythol. 573).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1854), Bd. II (1860), Sp. 462, Z. 14.

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Zitationshilfe
„bübeln“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/b%C3%BCbeln>, abgerufen am 03.12.2021.

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