Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

büberei, f.

büberei, f.
scelus, nach dem voc. 1482 e 2ᵇ. e 3ᵃ ribaldia, scurrilitas, bubischeit, luderei, leckerei; einigemal für päderastie. doch gewöhnlich in milderem sinn;
auslaufender hund der pubrei nach!
fastn. 45, 19;
doch dünkt mich in meinen sinnen,
sie hab ir vor püberei lassen zurinnen,
die niemanz kunt erfellen.
620, 16;
das ich das über jar hab getriben
und pei aller püberei pin peliben.
622, 17;
ich wett (wolte) e, das in der ritt schütt,
das ich im die buoberei vertrüg.
836, 10;
desselben ordens regel
und grund ist buberei.
Soltau 173;
ist lauter buberei.
271;
kein büberei ward im zuͦvil.
364;
es geschehe usz ganzer büberei.
Murner luth. narr 636;
ihr (der welt) grosze kunst ist panketiern
und in der büberei studiern.
kirchenlied von Alberus;
der mond und sternen engsten sich
und ihr gestalt siht jemmerlich,
wie gern sie wölten werden frei
von solcher groszen büberei.
das.;
es ist des teufels büberei. Luther 3, 465ᵇ; die büberei und schalkheit dieses geistes. 3, 467ᵇ. 481ᵇ; und ist lauter lügen und büberei. 3, 490ᵇ; da sihestu ja und greifest, das öffentliche büberei mit dem schmid und seinen gesellen ist. 3, 516ᵇ; nicht zur lust noch büberei. 4, 20ᵃ; wenn das land böse ist und die büberei überhand nimpt. 4, 44ᵃ; der vatter merket die büberei bald und sprach, da schlah der teufel zu, ich hab sie selb verkauft und must der buberei selbs lachen. sch. u. ernst cap. 137; man merket einem solch büberei gar bald ab. cap. 165; hilft heimlich zu solcher buberei. bienenk. 154ᵃ; ich hab solche buberei auch mit euch getriben. Garg. 158ᵃ; ob sie schon ein zeitlang ihr büberei etlichs geniesz haben. Kirchhof wendunm. 120ᵃ; diejenigen, so ihn gekennet, haben mir von seiner buberei vil erzehlet. 449ᵇ;
meid gotslesterung und büberei.
Schmelzl David 12ᵇ;
soll der gotlos lang solchen spot
und büberei unsträflich treiben?
Weckherlin 38;
die kinder wendeten sich von ihrem fleisz zum spielen und allerhand büberei. pers. rosenth. 7, 5; ein liederlicher tropf, welcher mit comödianten die welt liederlich durchlaufen und mit büberei sein leben zugebracht. pol. stockf. 256; je schälker in der büberei, je plumper in der lehre. Henisch 542, 11;
mit éinem wort, wo eine büberei
verübt wird, seid gewis, da sind auch wir dabei.
Wieland 5, 194;
zu sehen, wie von allen seiten her
die büberei mit netzen sie umstellt.
Bürger 83ᵃ;
büberei, teuschung und trotz.
Göthe 40, 195.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1854), Bd. II (1860), Sp. 465, Z. 37.

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Zitationshilfe
„büberei“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/b%C3%BCberei>, abgerufen am 08.12.2021.

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