Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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billig

billig,
aequus, im 17 jh. tauchte diese falsche schreibung auf und setzte sich im 18 jh. fest, das wort ist aber, wie wir sahen, mit lich zusammengesetzt, nicht durch -ig abgeleitet; gleich falsch, doch minder durchgedrungen ist adelig für adelich = adelich. schon Henisch 381 setzt billigkeit und neben billichen probare auch billigen. billig findet sich in Butschkys Patm. s. 50, der doch sonst billich schreibt; es steht auch bei Gryphius 1, 406 in der ausg. von 1698, wo aber die frühere billich haben wird. die betonung bíllig steht der alten von bíllìch entgegen. Wichtiger ist die bedeutungen zu entfalten:
1)
die ursprüngliche zeigt sich, wenn wir es mit recht verbinden, von welchem es sich gleichwol unterscheidet, wie aequitas von jus: das ist recht und billig; ich halte die sache für recht und billig; dein verlangen ist billig; was dem einen recht ist, ist dem andern billig; was dir recht, ist mir billig; ein billiger zorn, ein gerechter; billige rücksicht.
2)
oft heiszt es mehr als billig, wobei man in gedanken 'ist' ergänze: Friedrich, der ausgelassene mensch, der gewöhnlich mehr wein als billig trank. Göthe 20, 301; sie freuten sich mehr als billig ihrer scherze. 25, 294; wie hätte ich nicht bemerken sollen, dasz die ältere bei einigen stellen mehr als billig lachte. 26, 6; und hätten uns hier in den traulichen fischerhütten vielleicht mehr als billig angesiedelt. 26, 30; welches ich damals verwarf, in der folge aber mehr als billig probat gefunden habe. 31, 23; es ist nicht wie mit dem ossianischen nebelgebilde, das als gestaltlos, epidemisch und contagios in ein schwaches jahrhundert sich herein senkte und sich mehr als billigen antheil erwarb. 46, 325; wenn sich in einem glücklichen friedlichen zusammenleben verwandte, freunde, hausgenossen, mehr als nöthig und billig ist, von dem unterhalten, was geschieht oder geschehen soll. 17, 372. auch nach andern comparativen: Nanny erscheint ihm ängstlicher als billig. 17, 404; und sich ungeduldiger dabei bewies als billig sein mochte. 22, 82.
3)
ebenso steht auch wie billig: ich bin als auditor angestellt, und mache beiher, wie billig, meiner frau amtshauptmännin die cour. Gotter 3, 183; der bischof ist todt und der botanische garten wieder, wie billig, mit kohl und knoblauch bepflanzt. Göthe 27, 81; wir hielten dies wie billig für eine im geist und geschmack des alten wunderthäters erfundene legende. 31, 227.
4)
da nun das billige zugleich masz hält, das unbillige masz überschreitet, so wird billig für mäszig, im handel und wandel für wolfeil gesetzt:
und wiszt ihr, was ihr geben sollt?
ich will es billig machen,
drei gulden.
Gellert 1, 209;
alle diese menschen, die nach einer sehr billigen berechnung, beinahe das ganze menschliche geschlecht ausmachen. Wieland 24, 59; wir zahlten ein billiges. Göthe 30, 116; ich kann das pferd nicht billiger kaufen; das ist der billigste preis, zu dem ich ablasse; das ist ein billiges vergnügen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1854), Bd. II (1860), Sp. 28, Z. 48.

billig, adv.

billig, adv.
merito, jure:
stehst billig oben an.
Kongehls lorbeerhain. Königsb. 1700 s. 1;
man wird hier billig fragen, zu welcher zeit so viele werke der kunst zerstümmelt worden. Winkelmann 5, 120; P. du kennst den sultan besser als ich. D. billig sollt ich, wenigstens habe ich ein hübsches lehrgeld für dieses stück meiner weltkenntnis gegeben. Wieland 8, 364; wofern es auch, woran er doch billig zweifle, ein solches völkchen in der welt gebe, wie diese sogenannten kinder der natur. 6, 128;
o, billig ist, du ros, so stolz dein gang!
Gökingk 2, 199;
zwar der verlust ist grosz und kann sie billig schmerzen.
Göthe 7, 98;
es bleiben die wachsenden mädchen
endlich billig zu haus und fliehn die wilderen spiele.
40, 254;
drum werden sie billig unter dem brote vorgestellt. 14, 287; unseres freundes ankunft behandeln wir billig als ein fest. 17, 29; an diesem poetischen faden schlingt man sich billig durch das labyrinth dieser felsenwände. 48, 122; jede zweischalige muschel, die sich in ihren wänden von der übrigen welt absondert, sehen wir billig als ein individuum an. 55, 327.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1854), Bd. II (1860), Sp. 29, Z. 21.

bülling, m.

bülling, m.
Garg. 81ᵃ unter mehreren namen der würste aufgeführt.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1855), Bd. II (1860), Sp. 514, Z. 11.

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Zitationshilfe
„bülling“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/b%C3%BClling>, abgerufen am 21.10.2021.

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