Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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bündnis, f. und n.

bündnis, f. und n.
foedus, was bund 12. 13, nicht was bund 14. weiblich gebrauchen das wort viele ältere: Maaler 320ᶜ schreibt die pündtnusz; in der bündnis. Melanchth. 3, 628;
in ewiger bündnus bei euch stehn.
Ayrer 184ᵇ;
sih numehr zurück auf deiner bündnus trew.
Weckherl. 188;
oft läszt sich das genus nicht erkennen:
aufrur regiert, man bündnus macht.
Soltau 363;
wir machten mit dem könig einigung und bündnis. Frank weltb. 221ᵃ. doch ist späterhin, wie beute, das n. entschieden:
was sollen wir durch euch nun nicht zu lande hoffen,
dieweil auch luft und see mit euch ein bündnis troffen.
Fleming 70;
um des bündnis willen. Schuppius 386;
was soll der inhalt sein des neuen bunds
den wir hier unterm sternenhimmel stiften?
St. wir stiften keinen neuen bund, es ist
ein uralt bündnis nur von väter zeit,
das wir erneuern!
Schiller 529ᵃ.
bemerkenswerth setzt es Butschky für angebinde: übersende ich dem herren beikommendes kleines bündnis, mit dienstlicher bitte, solches, wie es wol gemeint, willig auch anzunemen. kanzl. 600; nächst disem wundsche hat der herr br. ein kleines bündnüs beigelegt zu empfangen. 606.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1855), Bd. II (1860), Sp. 522, Z. 3.

verbündnis, f. und n.

verbündnis, f. und n.
bündnis, vereinigung. mhd. verbuntnisse mit schwankendem geschlechte; nhd. ebenso, doch n. stets bevorzugt und in neuerer sprache das fem. verdrängend: ein ewige verbündnis. Luther 6, 164 (neben n., s. unten); sie behalten auch ire alte ehr und herrlichkeiten der alten freundtschaft und verbündnisz. Micyllus Tacitus 446ᵇ; eine genaue verbündnisz. Leibnitz 2, 315 u. öfter; verbündnüsz, n. foedus, pactum Frisch 1, 154. oft ist das geschlecht nicht zu erkennen: wir wöllen umb verbündtnusz bitten. Schmelzl Saul 25ᵇ; in der bedeutung berührt es sich mit verbindnis sp. 123.
1)
verbündnis, vereinigung zu gegenseitiger unterstützung und hilfe, aus älterer zeit: irkennen uns .. das wir uns ... han verbunden .. zu dem rade .. zu Frankinforde .. auch han wir in disem virbuntnisze das riche uszgenomen. Böhmer codex Moenofranc. 577 (von 1341); do bat sie, das her irem herren wolde rathen das her keinn vorbuntnisse tete zu irem bruder. Rothe 128, 159 Liliencron; nhd. darzu (got zu forchten) sal euch bewegen gothliche guthe, die ytzt solchen reichlichen vorradt hat, das mehr dann 30 anschlege und vorbundtnis der aufferweckten gemacht sein. Förstemann urkb. 238 (von 1524); allein ausgenomen (von der vergebung) diese felle: des verbündnis wider die person oder den stand des römischen bischoffs ... Luther 3, 96ᵇ; wo sich solch recht erfindet, so hat das verbündnisz schon seinen bescheid .. und ist unserm gewissen färlich, zum verbündisz zu rathen. briefe 4, 233; in seinem (des Thom. Münzer) verbündnis sind gewest die Alsteter, Bartel Krump ... und Balthasar Stubener. 3, 135ᵇ; bapst Julius lies auch das sacrament in drei teil teilen und mit dem keiser Maximilian und dem könige von Franckreich ein ewige verbündnis machen, gleichwie gott der vater, son, heiliger geist ein gott ist, so fest solt solche einigkeit auch sein. 6, 164; denn wir in unserm gewissen solch verbündnis (zur gegenwehr gegen die katholiken) nicht mügen billichen noch raten. 6, 305ᵇ; mein herr hätte mit der stadt Braunschweig kein verbündnis noch einige gemeinschaft. Schweinichen 1, 380; es macheten eine gansz und eine schwalbe mit einander ein verbündnis und freundschafft: sie wolten sich stets zusammenhalten und mit einander gutes und böses ausstehen. Lokmans fabeln 35; es müssen die könige durch solch verbündnis nicht zu grosz werden. Schuppius 393; als ob sie wider ihre kais. maj. zusammenkünffte anstelleten und schädliche verbündnusse anrichten wollten. theatr. europ. 1, 16ᵃ;
die visch im wasser sind behendt,
können schwimmen an alle endt,
mit den wölln wir (die thiere) in disen sachen
ein frieden und verbündtnusz machen.
Waldis Esop 2, 52 (1, 239 Kurz);
freundschaftliche vereinigung ohne absicht auf hilfleistung: mit Paulus blieb ebenfalls ein immer gleiches verbündnisz; wie denn alle diese verhältnisse durch die nähe von Weimar und Jena sich immerfort lebendig erhielten. Göthe 31, 93; so in der kirchlichen sprache: wie ein überaus wunderlich und hohes verbündnis das (das abendmahl) sei. Melanchthon anl. abg. art. 899; gerade, als wenn sich ein mamluch wider zum christenglauben von den Türcken bekerete, oder ein zeuberer von des teufels verbündnis zur busze in Christo begebe. Luther 6, 22; solche seelen, die durch die bauren zu solchem teufelischen verbündnis gezwungen werden. 3, 125ᵇ; heirat: die ehe ist ein .. ordentliche verbündnisz eines manns und weibs .. oder zweier verbündnisz unter einander nach gottes ordnung. tischr. 312ᵇ; dasz ich .. mit der jungfrau kein öffentliches verbündnis machte. Schweinichen 2, 43; geistige verwandtschaft, zusammenhang: etliche von unsern ideen ... haben unter sich eine genaue übereinstimmung und verbündnisz. Leibnitz 2, 315; verbündnis machen, bündnis schlieszen: und das er disz verbündnis mit dir mache. Melanchthon rep. Augsb. conf. 324 (corp. doctr. 1560); er war kaum zum könige in Engeland erkläret worden, als etliche römischcatholische ein verbündnisz machten, ihn um den halsz zu bringen. Ernst confecttafel 1, 3.
2)
verbindliche, verpflichtende bedingung, so schon mhd., vgl. Lexer 3, 85; nhd. so ferne das die Behemen nit einen heller drumb geben und sie der bapst nit ein harbreit vorpflichte, unterwerff mit eiden und vorpundnisz seiner tyranneien. Luther adel d. nat. 64 neudruck; und jr gelübde und verbündnis, das sie thut uber jre seele, kompt fur jren vater und er schweigt dazu, so gilt alle jr gelübd und alle jr verbündnis, der sie sich uber jre seele verbunden hat. 4 Mos. 30, 5.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1886), Bd. XII,I (1956), Sp. 182, Z. 42.

verbündnissen, verb.

verbündnissen, verb.
durch bündnis vereinigen; übertragen: diese freundlichkeit mit der schönheit verbündnist ist eben feinds genug. Birken östl. lorbeerhain 94.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1886), Bd. XII,I (1956), Sp. 183, Z. 42.

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„bündnis“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/b%C3%BCndnis>.

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